UN Global Compact
Fortschrittsbericht (COP) 2018

MENSCHENRECHTE

Prinzip 1: Unterstützung und Achtung der Menschenrechte

Prinzip 2: Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen

Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte

Als internationale Handelsunternehmen mit weit verzweigten Lieferketten sehen wir uns in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Daher haben wir 2018 eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte veröffentlicht. Wir bekennen uns darin zu den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (United Nations (UN) Guiding Principles on Business and Human Rights). Folgende Rahmenwerke stellen für uns weitere maßgebliche Standards und Richtlinien dar: die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN, die UN-Kinderrechtskonvention, die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Diskriminierung der Frau, die Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organization) sowie die Leitsätze für multinationale Unternehmen der OECD (Organisation for Economic Co-Operation and Development). Die dort verankerten Werte und Normen spiegeln sich auch in unseren eigenen Standards und Regelwerken wider. Dazu gehören unsere seit Jahren verbindliche Corporate Responsibility (CR)-Policy sowie die „Zusatzvereinbarung Sozialstandards: Bekenntnis zu menschenwürdigen und fairen Arbeitsbedingungen in unseren Lieferketten“, die unseren Geschäftspartnern und den ALDI Mitarbeitern einen verpflichtenden Handlungsrahmen vorgeben.

Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in unseren Lieferketten

Uns ist bewusst, dass die Herstellung von Waren entlang komplexer Lieferketten mit Risiken verbunden ist. Daher ermitteln wir fortlaufend Menschenrechtsrisiken und ergreifen Maßnahmen, um negative Auswirkungen in unseren Lieferketten zu mindern. Dies tun wir unter anderem durch kontinuierliche Hotspot-Analysen, Monitoring, Recherchen und Stakeholder-Dialoge.

Im Non-Food-Bereich verschaffen wir uns regelmäßig ein Bild der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten unserer Lieferanten in Risikoländern. Dies erfolgt mithilfe flächendeckender Sozialaudits und Zertifizierungen, die durch externe Dienstleister durchgeführt werden, sowie mit eigenen Produktionsstätten-Überprüfungen (ALDI Social Assessments – ASAs). Vor Ort treten wir mit Stakeholdern sowie potenziell Betroffenen in den Austausch, um mögliche Menschenrechtsverstöße besser zu identifizieren und frühzeitig verhindern zu können.

2018 führten wir eine systematische und flächendeckende Analyse der sozialen und ökologischen Menschenrechtsrisiken entlang unserer Food-Lieferketten durch. Dabei wurden folgende Rohstoffe und Sortimentsbereiche als besonders relevant bewertet: Kaffee, Kakao, Nüsse und Südfrüchte sowie Dressings, Öle, Soßen, Gewürze & Kräuter, Fisch & Meeresfrüchte sowie Obst- & Gemüse-Konserven und – Tiefkühlung. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Risikoanalyse finden Sie auf unseren Webseiten. Künftig werden wir einen besonderen Schwerpunkt auf die ermittelten Risikorohstoffe in den relevanten Ursprungsländern legen und im Rahmen von internationalen Strategien zur verantwortungsvollen Beschaffung gezielt Maßnahmen umsetzen.

Bereits heute werden verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung von Menschenrechtsrisiken in unseren Food- sowie Non-Food-Lieferketten umgesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Qualifizierung von Produktionsstätten für Bekleidungstextilien im Hochrisikoland Bangladesch im Rahmen des ALDI Factory Advancement (AFA) Project oder die Berücksichtigung etablierter Auditierungs- und Zertifizierungsstandards im Einkauf. In unseren Einkaufspolitiken haben wir zudem Zielsetzungen und Maßnahmen für unterschiedliche Rohstoffe und Warengruppen festgelegt. Zugleich steigern wir die Anzahl an Sozialaudits für Food-Artikel, die wir eigenständig sowie mit externen Unternehmen durchführen.

Uns ist bewusst, dass sich viele systemische Herausforderungen nur in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern verbessern lassen. Aus diesem Grund engagieren wir uns in zahlreichen Multi-Stakeholder-Initiativen und arbeiten in Projekten im Ursprung mit unterschiedlichen Partnern zusammen. Beispielsweise starteten wir 2018 an der Elfenbeinküste ein Projekt, um rund 3.200 Palmöl-Kleinbauern zu schulen. Das Projekt wird vor Ort durch die Nichtregierungsorganisation Solidaridad International betreut, die sich für nachhaltigere Lieferketten einsetzt. Die Kleinbauern absolvieren ein umfassendes Trainingsprogramm. Nach Abschluss des Programms sind sie nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert.

Kontinuierliche Verbesserung und Transparenz

Bei der Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt handelt es sich um einen stetigen Entwicklungsprozess. Daher überprüfen wir unsere CR-Strategien sowie Prozesse und Instrumente kontinuierlich. Über unsere Fortschritte, Maßnahmen und Ziele berichten wir transparent im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung auf www.cr-aldinord.com und auf unseren Webseiten.

ARBEITSNORMEN

Prinzip 3: Wahrung der Vereinigungsfreiheit

Prinzip 4: Beseitigung von Zwangsarbeit

Prinzip 5: Abschaffung der Kinderarbeit

Prinzip 6: Beseitigung von Diskriminierung

Verantwortung entlang unserer Lieferketten

Lieferkettenverantwortung ist ein zentrales Handlungsfeld unserer Corporate Responsibility (CR)-Policy. Im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen stellen wir klare Anforderungen an unsere Lieferanten und die von ihnen beauftragten Produktionsstätten. Dabei gibt es Aspekte, die für uns als Einzelhändler besonders relevant sind, da diese stärker durch unser Handeln beeinflusst werden könnten. Dazu gehören beispielsweise die Themen Sicherheit und Gesundheit, Vereinigungsfreiheit, Entlohnung und Arbeitszeiten sowie der Einsatz gegen Diskriminierung, Kinder- und Zwangsarbeit.

Auditierungsquote bei Produktions-stätten der Non-Food-Warengruppen in Risikoländern (in Prozent)

In den Non-Food-Lieferketten verpflichten wir alle unsere Lieferanten zur Einhaltung des amfori BSCI-Verhaltenskodex (BSCI – Business Social Compliance Initiative). Der Verhaltenskodex stützt sich auf zahlreiche internationale Übereinkommen, darunter die Kernkonventionen der ILO (International Labour Organization) oder die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen (UN). In ihm verankert sind elf zentrale Arbeitnehmerrechte, unter anderem das Recht auf Sicherheit am Arbeitsplatz, korrekte Entlohnung sowie der Ausschluss von Diskriminierung, Kinder- oder Zwangsarbeit. Alle von unseren Lieferanten beauftragten Produktionsstätten müssen ein gültiges amfori BSCI-Audit mit ausreichendem Ergebnis, eine SA8000-Zertifizierung oder ein gültiges vergleichbares Sozialaudit mit ausreichendem Ergebnis vorweisen. Die Auditierungsquote bei Produktionsstätten der Non-Food-Warengruppen in Risikoländern lag im Jahr 2018 bei 100 Prozent.

Anzahl von ALDI Social Assessments (ASAs)

  2017 2018
Anzahl der Länder, in denen ASAs durchgeführt wurden 8 6

Anzahl von ASAs, die durchgeführt wurden
   davon in China

199
135

327
240

Anteil Non-Food-Produktionsstätten in Risikoländern, bei denen Sozialrisiken ermittelt wurden, an der Gesamtzahl durchgeführter ASAs

12,6 % 24,5 %

Gemeinsam mit unseren Lieferanten wurden im Rahmen der ALDI Social Assessments (ASAs) die für uns eingesetzten Produktionsstätten besucht. Ein ASA umfasst Gespräche mit dem Management, Buchprüfungen, eine Begehung der Produktionsstätte zur Prüfung der Arbeits- und Sozialstandards sowie Gespräche mit den Mitarbeitern. Im Fall von Mängeln erstellen wir gemeinsam mit den Lieferanten und Produktionsstätten Maßnahmenpläne, um möglichst schnell nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, und überprüfen deren Umsetzung. Im Berichtsjahr wurden 327 ASAs in sechs Ländern durchgeführt, ein Großteil davon in China (73 Prozent). Bei rund 24,5 Prozent der besuchten Produktionsstätten wurden im Jahr 2018 Mängel festgestellt, etwa im Bereich Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Häufig liegen solchen Mängeln strukturelle Herausforderungen in den Produktionsländern zugrunde, die wir auch in übergreifenden Initiativen wie dem Bangladesh Accord on Fire and Building Safety angehen.

Im Berichtsjahr haben wir auch das ALDI Factory Advancement (AFA) Project weiter vorangetrieben. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Themen wie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, Brandschutz, Entlohnung, Arbeitszeiten und Diskriminierung. Derzeit sind 38 Produktionsstätten Teil des Programms, womit etwa 53 Prozent des Einkaufsvolumens für Bekleidungstextilien (2015: 35 Prozent) aus Bangladesch abgedeckt werden. Mehr als 85.000 Arbeiter profitieren davon. Im Zuge eines weiteren Projekts – AFA Project PLUS – wurden gemeinsam mit einer Nichtregierungsorganisation aus Bangladesch bis Mitte 2017 in neun Fabriken Verbesserungen der fabrikinternen Kindertagesstätten herbeigeführt. 2018 durchliefen sieben weitere Produktionsstätten das AFA Project PLUS.

Den vielschichtigen Herausforderungen in der Textilindustrie begegnen wir zudem in Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsunternehmen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Wir arbeiten aktiv in Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen wie dem deutschen Bündnis für nachhaltige Textilien oder der internationalen amfori-Organisation mit. So leisten wir einen Beitrag dazu, Standards zu entwickeln und strukturelle Verbesserungen zu erzielen.

Auch bei unseren Food-Produkten übernehmen wir über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg Mitverantwortung für die nachhaltigere Erzeugung von Rohstoffen. So werden rohstoffspezifische Einkaufspolitiken und interne Einkaufsrichtlinien definiert. Zugleich arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen und beteiligen uns ebenfalls an branchen- oder Stakeholder-übergreifenden Initiativen.

Alle Erzeuger von Obst und Gemüse, deren Artikel bei ALDI Nord gehandelt werden, müssen neben einer gültigen GLOBALG.A.P.-Zertifizierung eine Sozialevaluierung gemäß dem GLOBALG.A.P.-Zusatzmodul GRASP (GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice) oder eine vergleichbare Sozialevaluierung nachweisen. Ende 2018 lag der Anteil der evaluierten Erzeugerbetriebe für alle ALDI Gesellschaften bei nahezu 100 Prozent.

Auch in den Ursprungsländern der Rohstoffe engagieren wir uns für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Beispielsweise beim Kakao: 2018 haben wir uns in den Kakaoanbaugebieten der Elfenbeinküste ein Bild der Bedingungen vor Ort bei den Erzeugern gemacht. Zudem sind wir seit 2018 Partner des Fairtrade-Kakaoprogramms. Das heißt, dass wir für verschiedene Eigenmarkenprodukte zertifizierten Kakao aus dem Fairtrade-Kakaoprogramm beziehen. Im Unterschied zum klassischen Fairtrade-Siegel geht es beim Kakaoprogramm um fairen Rohstoffeinkauf und nicht um die Zusammensetzung und Zertifizierung einzelner Produkte. ALDI Belgien ist darüber hinaus Anfang Dezember 2018 der Initiative Beyond Chocolate beigetreten. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Schokolade nachhaltiger zu machen. Konkret geht es darum, Kinderarbeit zu bekämpfen, die Entwaldung zu beenden und den lokalen Kakaoproduzenten ein lebenswertes Einkommen zu ermöglichen. Mit weiteren Projekten engagieren wir uns auch in den Ursprungsländern unserer Kaffee- und Baumwollprodukte. Mehr dazu im Kapitel Umweltschutz.

Mitarbeiterwertschätzung bei ALDI Nord

Ob im Verkauf, im Einkauf, in der Verwaltung, in der Logistik oder in der IT – den entscheidenden Beitrag zum anhaltenden Erfolg von ALDI Nord leisten die rund 74.000 ALDI Mitarbeiter. Sie alle sollen stolz darauf sein können, bei ALDI Nord zu arbeiten. Dafür werden ihnen sichere Arbeitsverhältnisse, attraktive Rahmenbedingungen und langfristige Entwicklungsperspektiven geboten. Ein offener, partnerschaftlicher und respektvoller Umgang ist uns sehr wichtig. Die Wertschätzung des Einzelnen und seine Verbundenheit mit ALDI Nord stehen im Fokus.

Die Verantwortung für Personalthemen ist dezentral in allen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord verankert. Gemeinsame Grundlage der Personalarbeit sind das Unternehmensleitbild, das Human-Resources-(HR‑)Konzept sowie das Führungsleitbild „Echte Kaufleute“.

Die Vereinigungsfreiheit ist an den Standorten der Unternehmensgruppe umfassend gewahrt. In Deutschland werden bereits seit den 70er-Jahren betriebliche Interessenvertretungen gewählt. Jede der 32 deutschen ALDI Regionalgesellschaften wurde 2018 durch einen eigenen Betriebsrat vertreten. Auch in Belgien und den Niederlanden gibt es Betriebsräte. In weiteren Ländern erfolgt der Austausch direkt mit den zuständigen Gewerkschaften.

In den neun europäischen Ländern, in denen die ALDI Gesellschaften ihren jeweiligen Sitz haben, arbeiten Menschen aus 120 Nationen. Diese Vielfalt gehört zu ALDI Nord, denn sie bereichert die Zusammenarbeit und spiegelt zudem die Vielfalt unserer Kunden wider. Wir wenden uns deutlich gegen jegliche Form der Diskriminierung. In allen Ländern gilt: Unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, Herkunft oder körperlicher Beeinträchtigung haben alle Beschäftigten die gleichen Chancen. Diese Werte sind auch in unserer CR-Policy festgeschrieben. Um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, werden die Mitarbeiter bei ALDI Nord nach Möglichkeit dabei unterstützt, Arbeit, Freizeit und Familie in Einklang zu bringen. 2018 lag der Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft bei rund 67 Prozent. Von den Führungskräften waren rund 28 Prozent weiblich, und etwa jede zweite unserer Filialen wird von einer Frau geführt. Wir sehen dies als Bestätigung für unseren Weg, bei der Vergabe von Führungspositionen die individuelle Leistung klar in den Vordergrund zu stellen. Selbstverständlich werden die ALDI Mitarbeiter – unabhängig vom Geschlecht – fair und leistungsgerecht vergütet.

Anteil Frauen in Führungspositionen

Anteil weiblicher Mitarbeiter in Führungspositionen zum Stichtag 31.12. (in Prozent)

  2016 2017 2018
Belgien/Luxemburg1 27,3 29,5 31,3
Dänemark 20,0 21,3 27,0
Deutschland 26,7 27,8 28,4
Frankreich 21,4 23,1 21,7
Niederlande 16,3 17,9 17,7
Polen 40,3 36,7 33,7
Portugal 45,2 48,0 50,0
Spanien 32,8 34,0 36,3
Unternehmensgruppe 25,8 27,3 28,0

1 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Über das Update“).

Seit vier Jahren verfolgen wir über den Filialumbau und die gezielten Überarbeitungen unserer Sortimente in allen Ländern klare Modernisierungsstrategien. Diese bringen auch Veränderungen für die Mitarbeiter bei ALDI Nord mit sich. Die Arbeit der Personalabteilungen wird entsprechend gestaltet. Dabei stand 2018 vor allem die Entwicklung der Führungs- und Nachwuchskräfte im Fokus. Die Inhalte wurden unter Einbeziehung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen in allen Ländern aus dem Jahr 2017 ausgewählt und umfassen insbesondere die Themen Führung, Zeit- und Selbstmanagement, Kommunikation sowie Wertschätzung und Fairness. 2018 wurden beispielsweise bei ALDI Niederlande 80 Prozent der Filialleiter und 100 Prozent des oberen Managements geschult. In Deutschland nahmen ebenfalls 100 Prozent des oberen Managements und der operativen Führungskräfte an Trainings teil, zum Beispiel im Rahmen von Führungskräfte-Konferenzen. Auch in Belgien, Frankreich, Dänemark, Polen, Portugal und Spanien wurden 2018 Weiterbildungen für Führungskräfte angeboten. Dabei standen je nach Land weitere Themen wie Mitarbeiterentwicklung, Datenschutz, Compliance oder Rekrutierung auf der Agenda.

UMWELTSCHUTZ

Prinzip 7: Vorsorgender Umweltschutz

Prinzip 8: Förderung des Umweltbewusstseins

Prinzip 9: Verbreitung umweltfreundlicher Technologien

Klimaschutz in Gebäuden

Wir verpflichten uns dazu, die Folgen unserer Geschäftstätigkeiten für das Klima zu verringern. Bereits 2015 haben wir in unserer Corporate Responsibility (CR)-Policy den Anspruch formuliert, klimaverträglich zu handeln. In unserer 2018 verabschiedeten Klimaschutzpolitik setzen wir uns ein ambitioniertes Klimaziel. Bis 2021 wollen wir unsere Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 2015 senken. Mit einem klaren Fahrplan arbeiten wir daran, dieses Ziel zu erreichen: Beispielsweise verbessern wir mit innovativen Technologien die Energieeffizienz der Filialen und Logistikzentren. Zugleich optimieren wir unsere Logistikprozesse und die Kältetechnik. Mehr Strom aus erneuerbaren Energien ist ein weiterer zentraler Baustein unserer Klimastrategien. Darüber hinaus schaffen wir die Voraussetzungen, um Klimaschutz fest in unseren Geschäftsprozessen zu verankern. Dazu wurde in Deutschland im Laufe des Jahres 2018 ein interner Preis pro Tonne CO2 festgelegt. Dieser Preis soll in Zukunft bei allen emissionsrelevanten Investitionsentscheidungen Anwendung finden.

Im Berichtszeitraum konnten wir bei der Umsetzung unserer Klimaschutzmaßnahmen weitere Fortschritte erzielen. Unter anderem werden bei ALDI Niederlande Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 eingeführt, mit denen der Energieverbrauch besser ausgewertet und gesteuert werden kann. In Deutschland und Spanien sind bereits seit 2017 umfassende Systeme für das Energiedatenmanagement im Einsatz.

Zwischen 2015 und 2018 konnten wir zudem die Emissionen aus Kältemittelverlusten um circa sechs Prozent auf rund 93.000 Tonnen CO2-Äquivalente senken. Dies gelang unter anderem durch die Einführung digitaler Monitoringsysteme. In Deutschland und den Niederlanden ist das System seit 2017 flächendeckend im Einsatz. Bei ALDI Frankreich wird seit 2018 in allen neuen Filialen, die CO2 als Kältemittel nutzen, ebenfalls ein digitales Monitoringsystem eingesetzt. ALDI Spanien testet derzeit Gebäudeautomationssysteme, die auch Kältemittelverluste erfassen. Über den Einsatz wird nach Abschluss der Testphase entschieden.

Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2

Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 (in Tonnen CO2-Äquivalente)

Die Treibhausgasemissionen wurden auf Basis der Energie- und Kraftstoffverbräuche sowie Kältemittelverluste ermittelt. Die Berechnung entspricht den Anforderungen des Greenhouse Gas (GHG) Protocol und verwendet die DEFRA-Emissionsfaktoren beziehungsweise GEMIS für die Emissionen aus Fernwärmebezug. Gemäß dem GHG Protocol erfolgt eine getrennte Berechnung der Scope-2-Emissionen aus Stromverbrauch nach ortsbasierten und marktbasierten Emissionsfaktoren. Während die ortsbasierte Methode die Faktoren für eine bestimmte geografische Region (zum Beispiel ein Land) zugrunde legt, wird für die marktbasierten Faktoren – soweit möglich – der individuelle Strommix eines Unternehmens anhand der tatsächlich entstehenden Emissionen des Energieerzeugers verwendet. Die Berechnung der ortsbasierten Treibhausgasemissionen basiert auf den Faktoren der International Energy Agency (IEA).

  2016 2017 2018
  Scope 11 Scope 22
„ortsbasiert“
Scope 22
„marktbasiert“
Scope 11 Scope 22
„ortsbasiert“
Scope 22
„marktbasiert“
Scope 11 Scope 22
„ortsbasiert“
Scope 22
„marktbasiert“
Belgien/Luxemburg3 40.328 18.656 13.246
38.639 23.205 15.102 38.325 16.328 22.312
Dänemark 10.466 11.372 10.914
14.942 8.147 10.852 9.300 8.824 18.354
Deutschland 110.178 211.664 38.301
108.069 204.936 223.790 114.111 210.007 195.823
Frankreich 75.277 6.863 6.276
67.101 8.423 6.760 69.181 10.267 9.760
Niederlande 29.802 38.393 143 28.147 41.228 124 25.884 41.910 126
Polen 5.501 14.688 15.185
6.931 17.245 18.303 8.727 19.343 18.558
Portugal 2.817 3.793 4.334 5.728 6.177 5.477 3.455 5.709 5.711
Spanien 12.267 20.096 26.774
10.980 26.210 30.269 8.379 26.340 169
Unternehmensgruppe 286.636 325.525 115.173
280.537 335.571 310.679 277.362 338.728 270.813

1 Scope 1: Emissionen aus direktem Energieverbrauch Gebäude, Kraftstoffverbrauch Logistik und Kältemittelverlusten.
2
Scope 2: Emissionen aus Strom- und Fernwärmeverbrauch, mit Aufschlüsselung in orts- und marktbasierte Emissionen.
3 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Über das Update“).

In Turnhout hat ALDI Belgien ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen, das nach dem neuesten Stand für nachhaltiges Bauen errichtet wurde. Das Logistikzentrum wurde gemäß dem internationalen BREEAM-System (Building Research Establishment Environmental Assessment Methodology) zertifiziert und ist damit das derzeit nachhaltigste Industriegebäude Belgiens. Neben neuester LED-Lichttechnik, die über Bewegungsmelder gesteuert wird, kommen energieeffiziente Kältetechnik sowie eine moderne Fußbodenheizung zum Einsatz.

Die Dächer zahlreicher Filial- und Logistikstandorte sind mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet. Im Jahr 2018 hatten unsere Anlagen bereits eine installierte Leistung von knapp 46.000 kWp (Kilowatt peak) und produzierten mehr als 36.400 MWh Strom. Auf diese Weise konnten wir rund 10.300 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden – eine Zunahme von rund 55 Prozent gegenüber 2017. Bis 2021 wollen wir durch weitere Anlagen eine zusätzliche Nennleistung von über 50.000 kWp installieren. Allein bei ALDI Frankreich sind 120 Anlagen geplant. Bei ALDI Belgien sind 2018 vier weitere Fotovoltaikanlagen hinzugekommen, sodass dort nun insgesamt 44 Anlagen installiert sind; 30 weitere sind bereits in Planung. Auch bei ALDI Portugal waren Ende 2018 bereits 21 Solaranlagen installiert; bis 2021 sollen dort rund 5.000 kWp zusätzliche Anlagenleistung installiert werden.

Zurzeit verbrauchen wir circa 73 Prozent des erzeugten Stroms selbst, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Wir wollen den Anteil der selbst genutzten Energie erhöhen. Dafür pilotieren wir den Einsatz von Speichertechnologien, die uns erlauben, erzeugten Strom zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. In Deutschland haben wir dazu fünf Pilotfilialen mit dem innovativen Eisspeichersystem ESyCool green ausgestattet. Im Sommer nutzen wir die Energie zur Kühlung der Kühlwandregale, im Winter zur Beheizung der Filialen.

Um unsere Klimaziele zu erreichen, planen wir nach heutigem Stand zudem, bis 2021 mehr Grünstrom zu beziehen. ALDI Niederlande hat den Strombezug bereits 2015 vollständig auf Grünstrom umgestellt. 2018 wurde er – wie im Jahr zuvor – vollständig aus europäischer Windkraft bezogen. Im Jahr 2018 konnten dort auf diese Weise über 40.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Derzeit arbeiten wir an strikten Kriterien für den Grünstromeinkauf.

Kooperation für Klimabildung an Schulen

In Deutschland sind wir eine neue Kooperation mit der Klimaschutzorganisation atmosfair eingegangen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. atmosfair bietet an Schulen Unterrichtseinheiten an, in denen realitätsnahe Fragen beantwortet werden. Zum Beispiel: „Welchen CO2-Fußabdruck hinterlassen Lebensmittel auf dem Weg von der Herstellung bis in die Filiale?“ oder „Wie viel CO2 verursache ich, wenn ich mit dem Flugzeug in den Urlaub reise?“. In den Unterrichtsmodulen werden diese und weitere Fragen rund um Klima und Umwelt spielerisch beantwortet. atmosfair hat diese Module gemeinsam mit der Deutschen Umwelt-Aktion für die vierte Jahrgangsstufe konzipiert. In weiterführenden Schulen vermittelt die „Germanwatch Klimaexpedition“ Schülerinnen und Schülern einen vertieften Einblick in die globalen Zusammenhänge unseres Klimas und des Klimawandels. ALDI Nord Deutschland unterstützt das Projekt mit insgesamt 250.000 Euro. Insgesamt sollen deutschlandweit rund 34.000 Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen.

Auch ALDI Niederlande setzt ein Schulprojekt zur Umweltbildung um. Mehr dazu im Abschnitt „Bewusstsein schaffen“.

Kaffee: Umweltschutz vor Ort

Wir wollen den verantwortungsvollen Anbau von Kaffee in den Ursprungsländern fördern. In unserer Internationalen Kaffee-Einkaufspolitik haben wir uns 2016 zum Ziel gesetzt, bei unseren Eigenmarkenprodukten den Anteil von zertifizierten Rohkaffeemengen kontinuierlich zu erhöhen. Ende 2018 waren in der gesamten Unternehmensgruppe ALDI Nord 43,8 Prozent der eingesetzten Rohkaffeemengen in Eigenmarkenprodukten mit UTZ, EU-Bio-Logo, Fairtrade- oder Rainforest Alliance CertifiedTM-Siegel ausgezeichnet (2015: 13 Prozent).

Seit März 2017 setzen wir uns in Kolumbien gemeinsam mit der Hanns R. Neumann Stiftung für eine nachhaltigere Kaffeeproduktion ein. Kleinbauern werden in den Bereichen nachhaltige Anbaumethoden, verbesserte Kaffeeaufbereitungsverfahren, professionelles Farmmanagement und Betriebsplanung geschult. Anfang 2019 wurde das Projekt abgeschlossen, insgesamt wurden 800 Kleinbauern gefördert. Im April 2019 haben wir erstmals Kaffee aus dem Projekt als Aktionsartikel bei ALDI Nord Deutschland gehandelt.

Textilien: Herstellungsverfahren und Projekte am Ursprung

Mit unseren greenline-Produkten fördern wir den Einsatz ressourcenschonender Techniken im Produktionsprozess von Textilien. Eine dieser Techniken ist das Dope Dyed-Verfahren: Dabei werden beim Färben von Polyesterfasern die Pigmente nicht wie bisher üblich auf die Faseroberfläche aufgetragen, sondern direkt beim Spinnprozess eingesprüht. Auf diese Weise lassen sich bis zu 95 Prozent CO2, bis zu 85 Prozent Wasser sowie bis zu 75 Prozent Energie einsparen. Zudem kommen weniger Chemikalien zum Einsatz. Wir stellen die von uns gehandelten Produkte auf das Dope Dyed-Verfahren um, wo es möglich und ökonomisch sinnvoll ist. Zudem evaluieren wir gemeinsam mit unseren Lieferanten kontinuierlich weitere umweltschonende Techniken in den Lieferketten.

In Deutschland haben wir 2017 eine Nationale Baumwoll-Einkaufspolitik veröffentlicht. Diese deckt aufgrund des gemeinsamen Einkaufs einzelner Artikel für mehrere Länder bereits den Großteil aller Baumwollartikel ab, die bei den ALDI Gesellschaften in den Ländern gehandelt werden. Darin setzen wir uns das Ziel, den Einsatz zertifiziert nachhaltiger Baumwolle bis 2018 auf 30 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel haben wir Ende 2018 mit 33 Prozent sogar übertroffen. Dabei nutzen wir aktuell den Global Organic Textile Standard (GOTS), den Organic Content Standard (OCS), Fairtrade-, Bio- sowie recycelte Baumwolle. 2018 sind wir zudem mit der Initiative Cotton made in Africa (CmiA) eine Partnerschaft eingegangen und unterstützen deren Aktivitäten in den Ursprungsländern.

Seit 2018 unterstützen wir ein Projekt in Zentralasien, um Kleinbauern den Zugang zu nicht genmanipuliertem Baumwoll-Saatgut zu erleichtern. Durchgeführt wird das Projekt in Kooperation mit Fairtrade Deutschland und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Dabei geht es nicht nur darum, die Produktionsmenge von nicht gentechnisch veränderter Baumwolle zu erhöhen, sondern auch darum, die Kleinbauern durch Trainings zu unterstützen und so die Qualität der gentechnikfreien Baumwolle zu verbessern. Dadurch können höhere Einkommen für die Bauern erzielt werden. Die Projekte in Kirgisistan und Tadschikistan laufen bis April 2020. Unabhängig davon beziehen wir bereits seit einigen Jahren unsere Edel-Linon-Bettwäsche aus Fairtrade-Baumwolle aus der Region und werden diese auch 2019 erneut anbieten.

2018 nahmen wir zum dritten Mal am Branchenvergleich „Preferred Fiber and Materials Market Report“ zu Textilfasern teil. Das Ranking wird von der Nichtregierungsorganisation Textile Exchange durchgeführt. Bei den größten Anbietern von Bio-Baumwolle belegten wir Rang acht. Zudem gehören wir zu den drei Mitgliedern, die seit Beginn des Benchmarks im Jahr 2016 die größten Fortschritte beim Einsatz nachhaltiger Fasern erreichen konnten.

Auch im Jahr 2018 haben wir einen Fortschrittsbericht zum Detox Commitment veröffentlicht. Mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung unterstreichen wir unsere fortlaufende Unterstützung der Greenpeace-Detox-Kampagne.

Unsere neue Wasserschutzpolitik

Als international tätige Einzelhändler sind wir uns bewusst, dass bei vielen der von uns gehandelten Produkte Wasserrisiken in den Herstellungs- und Produktionsländern auftreten können. Dies gilt insbesondere für landwirtschaftliche Produkte, deren Herstellung etwa 70 Prozent der weltweiten Wassernutzung ausmacht. Als weiteren Risikobereich haben wir Veredlungsprozesse bei Textilien und Schuhen identifiziert. Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt: In unserer im März 2019 veröffentlichten Wasserschutzpolitik für Deutschland legen wir verbindliche Maßnahmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser fest. Diese umfassen die Bereiche Lebensmittel, Textilien und betriebliches Wassermanagement. Zusätzliche Ziele betreffen insbesondere die Reduktion des Eintrags von Mikroplastik in die Umwelt. Künftig soll die Wasserschutzpolitik auf weitere Länder ausgeweitet werden.

Bewusstsein schaffen

Als führender Discounter versorgen wir unsere Kunden mit Produkten des täglichen Bedarfs. Jedes Jahr werden bei uns rund 1,2 Milliarden Einkäufe getätigt. Unser Ziel ist es, einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil zu fördern – und breiten Bevölkerungsschichten einen bezahlbaren, umweltbewussten Konsum zu ermöglichen.

Wir nutzen verschiedene Instrumente, um unsere Kunden über soziale und ökologische Aspekte unserer Produkte zu informieren: ob im Kundenmagazin ALDI aktuell, bei unseren sonstigen Werbemaßnahmen, in unseren Filialen oder durch eine klare Kennzeichnung am Produkt. Mit speziellen Kampagnen und Projekten schärfen wir das Bewusstsein für besondere Nachhaltigkeitsherausforderungen: ALDI Niederlande setzt sich beispielsweise gemeinsam mit der Plastic Soup Foundation dafür ein, Schulkinder für das Thema Plastikmüll zu sensibilisieren. 2018 hat ALDI Niederlande dieser Stiftung 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit konnte das Projekt 200.000 Schulkinder erreichen. In Deutschland unterstützen wir das Social Start-up Plastic Bank, das sich gegen die Verbreitung von Plastikmüll in den Ozeanen einsetzt. Dafür richtet Plastic Bank Sammelstationen für Kunststoffabfälle in Ländern mit einer hohen Armutsquote und einer unzureichend entwickelten Abfallwirtschaft ein. Wer an Sammelstationen Verpackungsabfall abgibt, bevor dieser in Gewässer oder Ozeane gelangt, kann damit Geld verdienen oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Anschließend wird der abgegebene Abfall sortiert, verarbeitet und der Recycling-Wertschöpfungskette zugeführt. Dazu werden in Regionen mit hoher Umweltbelastung Stationen aufgebaut, an denen Anwohner ihren Kunststoffmüll in Geld, Waren oder Dienstleistungen eintauschen können. So werden zusätzliche Anreize geschaffen, Müll aus den umliegenden Gebieten zu sammeln. Konkret unterstützen wir eine Sammelstation auf den Philippinen.

Nachhaltigere Sortimente

Die jeweiligen Einkaufsabteilungen sind bei ALDI Nord für die Organisation der Beschaffung zuständig. Gemeinsam wird diskutiert, welche Maßnahmen für nachhaltigere Produkte umgesetzt werden. In unseren Einkaufspolitiken dokumentieren wir den Status quo und setzen uns zugleich Ziele für die Umstellung der Rohwaren auf zertifizierte Rohstoffe. Darüber hinaus schließen wir mithilfe von Negativlisten kritische Produkte oder Produktionsmethoden aus. Der ALDI Transparenz Code (ATC) ermöglicht es unseren Kunden zudem, die Herkunft von verschiedenen Fleischprodukten unternehmensgruppenweit nachzuverfolgen, in Deutschland auch bei Fischprodukten, frischen Eiern sowie seit 2018 von Textilien aus nachhaltiger Baumwolle.

Unser Ziel ist es, unsere Angebote an Fairtrade-Produkten in allen Ländern weiter auszubauen. 2018 hatten wir unternehmensgruppenweit 90 Fairtrade-zertifizierte Produkte in unseren Sortimenten – ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2018 war ALDI Belgien zudem führender Fairtrade-Einzelhändler: Kein anderer belgischer Lebensmitteleinzelhändler generierte eine höhere Fairtrade-Prämie.

Anzahl von Fairtrade-Artikeln

Anzahl eingekaufter Eigenmarkenartikel mit Fairtrade-Zertifizierung in den Sortimenten1

  2016 2017
2018
Belgien/Luxemburg2 9 16 16
Dänemark 11 19 22
Deutschland 21 30 42
Frankreich 1 14 15
Niederlande 41 29 34
Polen 1 6 17
Portugal 12 19 22
Spanien 4 4 7
Unternehmensgruppe 70 73 90

1 Durch einen sogenannten gemeinsamen Einkauf einzelner Artikel für mehrere Länder kann die Gesamtzahl eingekaufter Artikel niedriger ausfallen als die Summe der Länderaufschlüsselungen.
2 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Über das Update“).

Gemeinsam auf „Verpackungsmission“

Abfallvermeidung ist eine wesentliche Säule nachhaltiger Entwicklung. Verpackungsabfälle machen den größten Teil des gesamten Abfalls bei ALDI Nord aus. 2018 haben wir daher in Deutschland die „Verpackungsmission“ für unsere Eigenmarken-Produktverpackungen gestartet. Bis zum Jahr 2025 möchten wir das Gesamtgewicht unserer Eigenmarkenverpackungen in Deutschland – relativ zum Umsatz – um 30 Prozent reduzieren (Basisjahr 2015). Bis 2022 sollen 100 Prozent unserer Eigenmarkenverpackungen recyclingfähig sein. Die unternehmensgruppenweite Ausweitung ist ein nächster Schritt.

Um unsere Ziele zu erreichen, setzen wir auf das Prinzip „Vermeiden, Wiederverwenden und Recyceln“. Wo immer es möglich ist, versuchen wir, auf Verpackungen zu verzichten. So möchten wir auch die Verpackungsmenge im Bereich Obst und Gemüse größtmöglich reduzieren und noch mehr Artikel unverpackt anbieten. Dabei achten wir natürlich darauf, dass die Produktqualität erhalten bleibt und Lebensmittelverluste vermieden werden. Mit dem Kampagnenlogo der ALDI Verpackungsmission werden wir zukünftig ökologisch vorteilhafte Verpackungen auch für unsere Kunden kenntlich machen.

Wir streben an, in naher Zukunft internationale Verpackungsziele für die gesamte Unternehmensgruppe zu erarbeiten. So wollen wir ein einheitliches Statement im Kampf gegen den Verpackungsmüll setzen und einen Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft leisten. Auch unsere Internationale Holz-Einkaufspolitik enthält klare Ziele für das Thema Verpackungen. Zudem erarbeiten die ALDI Gesellschaften in den Ländern teilweise eigene Strategien zum Thema Verpackungen.

Dank Mehrwegsystemen bei unseren Transport- und Umverpackungen sowie Mehrwegkisten für unsere Obst- und Gemüseprodukte sparen wir bereits 62 Millionen Einweg-Pappkartons und rund 22.000 Tonnen CO2 im Jahr ein. Sofern Einwegverpackungen unverzichtbar sind, um unsere Waren beim Transport ausreichend zu schützen, werden Folien und Kartons aus recycelbaren und nachhaltigen Materialien genutzt, die zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Darüber hinaus bestehen die Einwegkartons bei vielen ALDI Gesellschaften in den Ländern bereits teilweise aus recyceltem und/oder zertifiziertem Material.

Zudem haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft durch entsprechende Projekte zu fördern. 2019 haben wir den „ALDI Trennhinweis“ entwickelt und werden diesen in Deutschland sukzessive auf unseren Verpackungen bei Eigenmarken einführen. Dieser Hinweis klärt unsere Kunden über die korrekte Wertstofftrennung der einzelnen Verpackungsbestandteile auf. So leisten wir einen Beitrag zur Erhöhung der Recyclingquoten und zur notwendigen Verbraucheraufklärung. Zudem verpflichten wir uns im Rahmen des „Recycled Polyester Commitment“ der Organisation Textile Exchange, bis 2020 unseren Anteil an rPET (recyceltes Polyester) auf 25 Prozent zu erhöhen (Basis 2016). Im Bereich Textilien und Schuhe setzen wir bereits recycelte Fasern ein.

Ende 2018 wurden darüber hinaus in Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden sämtliche Tragetaschen auf das Mehrwegprinzip umgestellt und Einweg-Plastiktragetaschen flächendeckend abgeschafft. Auf diese Weise sparen wir 1.660 Tonnen Kunststoff pro Jahr ein. Aus den Erlösen durch den Abverkauf der letzten Einwegtaschen werden in Deutschland und den Niederlanden nachhaltige Projekte gefördert.

Um das Thema nachhaltige Verpackungen und Plastikreduktion in unserer Branche voranzutreiben, unterstützen wir junge Start-up-Unternehmen, die innovative Ideen für nachhaltigere Verpackungslösungen entwickeln. Gemeinsam mit dem Start-up-Accelerator-Programm „TechFounders“ werden wir in einem ersten Schritt Start-ups für innovative Kooperationsprojekte identifizieren. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die finanzielle Unterstützung der Start-ups: Im Zuge der Partnerschaft wird ALDI Nord den Teilnehmern auch als Impulsgeber und Mentor zur Seite stehen.

Als Lebensmittelhändler spielt für uns die Vermeidung von Lebensmittelverlusten eine zentrale Rolle. Grundsätzlich disponieren wir Waren so, dass möglichst wenige Verluste entstehen. Etwaige Überschüsse werden nach Möglichkeit in Form von sogenannten Lebensmittelspenden zur Verfügung gestellt. Die ALDI Gesellschaften in den Ländern arbeiten dazu mit nationalen Lebensmittelbanken zusammen, teilweise bereits seit vielen Jahren. Diese Zusammenarbeit bauen wir stetig aus. Insbesondere in Dänemark und Portugal konnte 2018 der Anteil an Filialen, die Lebensmittel spenden, signifikant gesteigert werden: In Belgien, Luxemburg sowie Portugal stellten 100 Prozent der Filialen Lebensmittelspenden zur Verfügung, in Dänemark konnte der Anteil von 18,1 auf 56,3 Prozent gesteigert werden. Im Berichtsjahr spendeten unternehmensgruppenweit insgesamt 77,3 Prozent unserer Filialen nicht mehr verkaufs-, aber noch verzehrfähige Lebensmittel (2017: 75 Prozent).

Korruptionsbe­kämpfung

Prinzip 10: Maßnahmen gegen Korruption

Werteorientierte Unternehmensführung

„Einfach. Verantwortungsbewusst. Verlässlich.“ – diese Werte leiten unser Handeln. Sie sind in unserem Unternehmensleitbild „Einfach ALDI“ als Standard für ALDI Nord festgeschrieben. Das Leitbild gibt rund 74.000 ALDI Mitarbeitern eine klare Orientierung. Die ebenfalls für die gesamte Unternehmensgruppe gültige Corporate Responsibility (CR)-Policy schließt an das Unternehmensleitbild an. Sie formuliert unser CR-Verständnis und gibt vor, in welchen Handlungsfeldern unsere unternehmerische Verantwortung umgesetzt wird. In unserem CR-Programm definieren wir klare Ziele für alle Handlungsfelder. Unsere Fortschritte kommunizieren wir unter anderem im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Unser Compliance-Verständnis

Unsere Werte „Einfach. Verantwortungsbewusst. Verlässlich.“ beschreiben auch das Compliance-Verständnis der Unternehmen der Unternehmensgruppe ALDI Nord. Im Unternehmensleitbild „Einfach ALDI“ steht: „Auf unser Wort ist Verlass.“ Von allen ALDI Mitarbeitern und Geschäftspartnern wird daher ein verantwortungsbewusstes und verlässliches Handeln erwartet. Standards, Richtlinien und Verträge müssen eingehalten werden. So ist es auch in unseren „Compliance-Zielen“ verankert, die den Führungskräften ausgehändigt werden.

Die Mitarbeiter bei ALDI Nord finden im Unternehmensleitbild sowie dem Compliance-Management-System (CMS) klare Standards für ein ethisch einwandfreies und regelkonformes Verhalten. Die Verantwortung für die Einhaltung der Compliance-Standards liegt bei den jeweiligen Führungskräften. Die Einhaltung wird von diesen im Zuge von angemessenen Kontrollen überprüft, die in unserem CMS definiert sind.

Das Verhältnis zwischen Lieferanten und ALDI Gesellschaften ist jeweils in den Allgemeinen Einkaufsbedingungen (AGB) klar geregelt. Wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen seitens der Lieferanten und Hersteller sind untersagt, für Verstöße sind Sanktionen vorgesehen. In den AGB sind auch die Compliance-Anforderungen an die Vertragspartner definiert. Dienstleister müssen zudem den Verhaltenskodex für die Beachtung von Sozialstandards bei der Erbringung von Bau-, Werk- und Dienstleistungen für ALDI Nord einhalten.

Ergeben sich belastbare Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen diese Regelungen – sei es durch einen Lieferanten oder durch einen ALDI Mitarbeiter – stellen Compliance-Manager eine umfassende Aufklärung des Vorgangs sicher. Verstöße werden bei ALDI Nord konsequent verfolgt.

Strukturiertes Compliance-Management-System

Das Compliance-Management-System (CMS) als Standard für ALDI Nord soll allen Mitarbeitern helfen, unserer gemeinsamen Erwartungshaltung jederzeit gerecht zu werden. Oberste Zielsetzung ist es, den nachhaltigen Erfolg der Unternehmen der Unternehmensgruppe ALDI Nord zu sichern und zu fördern sowie Schaden von ihnen abzuwenden. Das CMS wird international den ALDI Gesellschaften zur Verfügung gestellt. Landesbezogene Anpassungen erfolgen im Austausch mit den jeweils verantwortlichen Personen der ALDI Gesellschaften in den jeweiligen Ländern. Als Teil des CMS haben wir Ende 2018 mit unseren Hinweisgebersystemen (Whistleblowing) weitere Meldekanäle geschaffen, über die Hinweise zu Compliance-Verstößen in der Unternehmensgruppe ALDI Nord – auch anonym – gemeldet werden können. Sämtliche Verstöße gegen geltendes Recht und interne Vorgaben (zum Beispiel Korruption, Wettbewerbsverstöße und ethisches Fehlverhalten, aber auch Missachtung von Arbeitsschutzvorschriften, Sozialstandards und Menschenrechten) können hierüber gemeldet werden. Die Hinweisgebersysteme sind über die Webseiten rund um die Uhr für Interne und Externe erreichbar.

Verankerung im Unternehmen

Um alle ALDI Mitarbeiter für die Bedeutung des Themas Compliance zu sensibilisieren, werden verschiedene Schulungen durchgeführt. Neue Mitarbeiter werden zu Beginn ihres jeweiligen Arbeitsverhältnisses zu den maßgeblichen Richtlinien der Unternehmen der Unternehmensgruppe ALDI Nord geschult. Darüber hinaus nehmen in Deutschland Mitarbeiter der ALDI Einkauf aus den Abteilungen Einkauf, Qualitätswesen, CR und Unternehmenskommunikation regelmäßig an Trainings teil. Dabei stehen Themen wie Kartellrecht, unlauterer Wettbewerb, Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, Korruptionsvermeidung und Anforderungen der Supply Chain Initiative auf der Agenda. Auch in den Unternehmen der Unternehmensgruppe ALDI Nord in den anderen Ländern finden hierzu Schulungen statt. Anfang 2018 haben wir in Deutschland Trainings für rund 700 Führungskräfte der einzelnen Regionalgesellschaften zum CMS und zum IT-Tool durchgeführt. Diese Führungskräfte können nun ihrerseits die Mitarbeiter in den Regionalgesellschaften schulen.