Lebensmittelverluste & Abfall

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[GRI 301/103-1, 306/103-1] Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz unserer Umwelt und ihrer natürlichen Ressourcen. Die Reduktion von Abfällen und der Einsatz gegen Lebensmittelverluste spielen dabei für uns als Einzelhändler eine zentrale Rolle. Dass wir hier entschieden mitwirken möchten, zeigt nicht zuletzt unser Bekenntnis zu den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen (United Nations – UN): Demnach soll bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert und das Abfallaufkommen verringert werden (SDG 12, Nachhaltiger Konsum und Produktion). Wir leisten unseren Beitrag dazu, dieses Ziel zu erreichen.

Unser Ansatz

[GRI 301/103-2, 306/103-2] Wir folgen der fünfstufigen Abfallhierarchie aus Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung und Beseitigung. Abfälle vermeiden wir, indem wir beispielsweise in der Logistik Mehrwegsysteme einsetzen wie die Transportkisten für unsere Obst- und Gemüseartikel. Wir prüfen, welche Stoffe wiederverwendet werden können, und fördern das Recycling, etwa bei unseren Verpackungsmaterialien aus Pappe oder Folie. Nicht recycelfähige Materialen werden in Müllverbrennungsanlagen energetisch verwertet. An letzter Stelle steht die Beseitigung. Dieser Hierarchie folgen wir in Deutschland konsequent: Unsere Verwertungsquote liegt bei 99 Prozent (siehe Abfallkennzahlen). Auch in Belgien werden mehr als 90 Prozent unseres Abfalls recycelt oder – im Fall von organischen Abfällen – vergärt.

In unserer Branche machen Verpackungen (knapp 82 Prozent), vor allem Umverpackungen, und nicht mehr verkaufsfähige Lebensmittel den größten Teil der Abfälle beziehungsweise Lebensmittelverluste aus. Mit steigenden Absatzzahlen erhöht sich auch das Abfallaufkommen der Unternehmensgruppe ALDI Nord. Um unser Abfallmanagement weiter zu optimieren, haben wir in Deutschland im Berichtsjahr die Position des Logistikmanagers Entsorgung neu geschaffen.

Darüber hinaus erarbeiten wir derzeit eine Internationale Richtlinie zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung. Geplant war, diese Ende 2017 zu veröffentlichen. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen ALDI Nord Ländern und zukünftige, EU-weite Anforderungen erfordern jedoch eine längere Bearbeitungszeit.

Organisation & Verantwortlichkeiten

[GRI 301/103-2/3, 306/103-2/3] Das Abfallmanagement und der Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung werden fachbereichsübergreifend gesteuert und organisiert. Unternehmensgruppenweit arbeiten CR-, Logistik- und Qualitätsverantwortliche in unterschiedlicher Konstellation zusammen, um gemeinsam strategische Konzepte, Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten. Die Abstimmung zwischen den ALDI Gesellschaften in den Ländern erfolgt über den Fachbereich Logistik der ALDI Einkauf. Die Abteilung Corporate Responsibility (CR) wird bei Bedarf hinzugezogen. Der Logistikmanager Entsorgung tauscht sich mit den zuständigen Verantwortlichen in den ALDI Nord Ländern sowie mit externen Dienstleistern aus, um die Stoffströme weiter zu optimieren. Erfahrungen aus dem Abfallmanagement in Deutschland können so zu Verbesserungen in der gesamten Unternehmensgruppe genutzt werden.

Richtlinien & Regulierungen

[GRI 301/103-2/3, 306/103-2/3] Die EU-Abfallrahmenrichtlinie definiert das Abfallmanagement für alle Länder der Unternehmensgruppe. Im Berichtszeitraum arbeitete ALDI Nord Deutschland an der Umsetzung der novellierten Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) zum Vollzug der geforderten Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Im Zuge der Umsetzung der GewAbfV hat der Fachbereich Logistik Schulungsunterlagen für unsere Regionalgesellschaften bereitgestellt. Für die Einhaltung der darin festgehaltenen Richtlinien sind die jeweiligen Leiter Logistik vor Ort zuständig.

Fortschritte & Maßnahmen 2017

[GRI 301-103-2/3, 306/103-2/3] Die ALDI Gesellschaften in den Ländern arbeiten mit nationalen Lebensmittelbanken zusammen, teilweise bereits seit vielen Jahren. Diese Zusammenarbeit bauen wir stetig aus. Im Berichtsjahr spendeten 75 Prozent unserer Filialen nicht mehr verkaufs-, aber noch verzehrfähige Lebensmittel (2016: 65 Prozent).

2017 sind wir in Deutschland der EU-Initiative REFRESH („Resource Efficient Food and dRink for the Entire Supply cHain“) beigetreten. Das Projekt beschäftigt sich mit der Vermeidung und Verwertung von Lebensmittelabfällen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette. In den Niederlanden beteiligen wir uns an zwei Forschungsprojekten und wir setzen uns auch in allen anderen Ländern gegen Lebensmittelverschwendung ein.

Ziele & Status

[GRI 306/103-2/3] In unserem CR-Programm haben wir 2015 das Ziel formuliert, eine Richtlinie zum Umgang mit nicht mehr verkaufsfähigen, aber noch verzehrfähigen Lebensmitteln in den Filialen zu entwickeln. Die Richtlinie befindet sich noch in Erarbeitung.

Unsere Ziele aus dem CR-Programm

Handlungsfeld: Gesellschaftsengagement & Dialogförderung

Zielsetzung Status Zieldatum Zielwert Zielrelevanz
Einführung einer Richtlinie zum Umgang mit nicht mehr verkaufsfähigen Lebensmitteln in den Verkaufsstellen noch in Bearbeitung 2017 Erstellung und Einführung Unternehmensgruppe

 Ziel erreicht    Laufender Prozess

Kennzahlen

Lebensmittelspenden [GRI 306-2]

Anteil von Filialen, die nicht mehr verkaufs-, aber noch verzehrfähige Lebensmittel an karitative Einrichtungen spenden, an der Gesamtzahl von Filialen (in Prozent)

Grundsätzlich disponieren wir Waren so, dass möglichst wenige Verluste entstehen. Etwaige Überschüsse werden nach Möglichkeit gespendet. Es stehen jedoch nicht an allen Standorten Partner zur Verfügung, die Lebensmittelspenden entgegennehmen.

  2015 2016 2017  
Belgien/Luxemburg1 100,0 100,0 100,0
Dänemark 3,6 3,6 18,1
Deutschland 98,1 99,1 99,0
Frankreich 23,4
Niederlande 28,7 74,2
Polen 4,8 24,6 38,7
Portugal 8,5 25,0 31,6
Spanien 76,5 75,4 76,1
Unternehmensgruppe 61,5 65,2 75,4

1 Die Angaben zu den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ALDI Nord in Belgien sowie in Luxemburg sind zur Vereinfachung zusammengefasst worden (siehe „Berichtsgegenstand“).

Abfallaufkommen in Deutschland [GRI 306-2]

Abfallaufkommen nach Abfallart (in Tonnen)1

Die Abfallmenge in Deutschland ist gegenüber 2016 leicht gestiegen, wobei der größte Teil unseres Abfallaufkommens auf Verpackungsabfälle zurückgeht. Gefährliche Abfälle machen mit 420 Tonnen nur rund 0,2 Prozent der gesamten Abfallmenge aus. Hierzu zählen vor allem Altöl, Ölfilter, Fahrzeugbatterien und Leuchtstoffröhren, die Quecksilber enthalten. Das Abfallaufkommen kann bislang nur für unsere deutschen Standorte erfasst werden. Eine Internationalisierung ist für die nächsten Jahre geplant.

2015 20162 2017
gefährliche Abfälle 493
414 420
Papier/Pappe/Karton 432
450 400
Siedlungsabfall3 22.129
22.320 24.550
Abfälle aus der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln4 8.173
11.102 11.343
Verpackungsabfälle 156.580
161.290 164.000
     davon Folie/Kunststoffe 3.986
3.578 3.432
     davon Pappe/Papier 121.331
125.174 128.549
     davon PET 31.264
32.538 31.864
     davon Sonstige5 155
gebrauchte Geräte 70
56 52
Gesamtabfallmenge 187.878
195.632 200.765

1 Die Daten beruhen zum Teil auf Schätzungen und Hochrechnungen.
2 Aufgrund von Nachmeldungen für das Jahr 2016 ergaben sich teilweise Anpassungen gegenüber dem Vorjahresbericht.
3 Gewerbliche Abfälle. Hierzu zählen unter anderem „Restmüll“, verpackte Lebensmittel, Sperrmüll, Holz und Metallschrott.
4 Hierzu zählen Abfälle aus dem Kantinenbetrieb und Bake-off-Ware.
5 Hierzu zählen sonstige Verpackungsabfälle wie beispielsweise Blumentöpfe oder Pflanzschalen. Diese Kategorie wird 2017 erstmalig ausgewiesen.

Abfallmengen nach Verwertungsmethoden [GRI 306-2]

Abfallmengen anteilig nach Entsorgungsart in Deutschland (in Prozent)1

Mit rund 99 Prozent wurde der größte Teil der nicht gefährlichen Abfälle im Jahr 2017 einer Wiederverwertung beziehungsweise dem Recycling (inkl. Kompostierung) zugeführt.

Grafik Abfallaufkommen

1 Die Zuordnung zu den Entsorgungsarten basiert zum Teil auf Schätzungen.
2 Inklusive Verbrennung zur Energierückgewinnung.

Abfallmengen nach Verwertungsmethoden [GRI 306-2]

Abfallmengen anteilig nach Entsorgungsart in Deutschland (in Prozent)1

Mit rund 99 Prozent wurde der größte Teil der nicht gefährlichen Abfälle im Jahr 2017 einer Wiederverwertung beziehungsweise dem Recycling (inkl. Kompostierung) zugeführt.

  2015 2016 2017
  Deutschland Deutschland Deutschland
Wiederverwertung und Recycling2 96,38 96,80 96,76
Deponierung 0,03 0,02 0,18
Verbrennung (Massenverbrennung) 1,54 1,08 0,85
Kompostierung 2,06 2,10 2,20

1 Die Zuordnung zu den Entsorgungsarten basiert zum Teil auf Schätzungen.
2 Inklusive Verbrennung zur Energierückgewinnung.

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