Im Dialog für verbesserte Rahmenbedingungen: ALDI Factory Advancement Project

Mit unserem SC-Programm Non-Food setzen wir auf die Wirksamkeit von Standards und Überprüfungen. Audits leisten einen Beitrag dazu, Probleme zu identifizieren und Verbesserungen anzustoßen – allerdings bieten sie immer nur eine Momentaufnahme. Um nachhaltige Veränderungen zu erzielen, ist eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Produktionsstätten notwendig. Daher haben wir 2013 gemeinsam mit ALDI SÜD das ALDI Factory Advancement (AFA) Project für Produktionsstätten der Bekleidungsindustrie in Bangladesch gestartet. Es hat die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Ziel und soll dabei helfen, tragfähige soziale Beziehungen in den Produktionsstätten zu etablieren. Das AFA Project verfolgt einen dialogbasierten, kooperativen Ansatz: Arbeiter und Führungskräfte sollen Kompetenzen aufbauen, miteinander ins Gespräch kommen und ermutigt werden, Probleme gemeinsam effizient zu lösen. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Konfliktthemen wie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, Brandschutz, Entlohnung, Arbeitszeiten und Diskriminierung.

Die erste Projektphase dauerte zwei Jahre; dafür wurden 20 Produktionsstätten ausgewählt. Diese Teilnehmer decken etwa 35 Prozent  unseres Einkaufvolumens bei Bekleidungstextilien in Bangladesch ab. Etwa 45.000 Arbeiter profitieren von diesem Programm. Die Ergebnisse des Programms analysieren wir regelmäßig: Die Trainings führten bereits an einigen Stellen zu strukturellen Veränderungen in den Produktionsstätten. Brandschutzeinrichtungen und Sanitäranlagen wurden modernisiert, Trinkwasseranlagen und Reinigungssysteme überarbeitet und die Sicherheitsinfrastruktur verbessert. Neben baulichen und technischen Veränderungen steht der Dialog über verbesserte Abläufe im Mittelpunkt des Projekts. Beschäftigte und Management berichten von einem Rückgang der Fluktuationsraten und Fehlzeiten sowie einer Steigerung der Produktivität und der Entwicklung von Kompetenzmodellen. Die Ideen der Arbeiter würden häufiger einbezogen, die Kommunikation habe sich verbessert.

Das AFA Project haben wir 2015 über den ursprünglichen Zeitraum hinaus verlängert. Im Laufe des Jahres 2016 sollen 20 weitere Produktionsstätten aufgenommen werden. Ein Alumni-Projekt soll dazu beitragen, die Erfahrungen der ehemaligen Teilnehmer für die Zukunft zu nutzen und die Dialogkultur zu einem festen Element des Alltags in den Produktionsstätten zu machen. Zudem ist in Zusammenarbeit mit NGOs aus Bangladesch, zum Beispiel Phulki und AWAJ, die Implementierung zusätzlicher sozialer Angebote wie Kinderbetreuungsmöglichkeiten für die Arbeitnehmer geplant.

Textilbündnis: Herausforderungen gemeinsam angehen

Den vielschichtigen Herausforderungen in der Textilindustrie können wir nur in Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsunternehmen, Regierungen, NGOs und Gewerkschaften begegnen. Im Juni 2015 traten wir daher als Unternehmensgruppe ALDI Nord dem Bündnis für nachhaltige Textilien bei. Das Bündnis geht auf eine Initiative des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zurück. Es vereint inzwischen mehr als die Hälfte aller Unternehmen der deutschen Textilwirtschaft. Die Idee: Wichtige Akteure auf den Absatzmärkten sollen sich zusammenschließen, um die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen des Textilsektors in der Lieferkette gemeinsam anzugehen – wie die Gewährleistung existenzsichernder Löhne oder die Reduktion des Chemikalieneinsatzes. Von der Arbeit an gemeinsamen Standards und von Umsetzungsanforderungen in der Lieferkette erhoffen wir uns, nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen, und engagieren uns daher aktiv in den Arbeitsgruppen des Bündnisses.

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