Maßstäbe für nachhaltigen Einkauf

Der Handel mit Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln ist das Kerngeschäft von ALDI Nord. Seit jeher haben wir klare Vorstellungen von Qualität, Preis und Nachhaltigkeit unserer Eigenmarken. Wir übernehmen Verantwortung in unserer Lieferkette und haben dies in unserer CR-Policy verankert.

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Die wichtigsten Rohstoffe im Fokus

Wir setzen dort an, wo die Wirkung am größten ist. Dazu analysieren wir unser Produktangebot aus Nachhaltigkeits- und Risikogesichtspunkten. So erreichen wir für eine größtmögliche Zahl an Eigenmarkenartikeln eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Verbesserung der Produktion.

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Bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette

Die Durchsetzung angemessener Sozialstandards ist in vielen Produktionsländern mit Herausforderungen verbunden. Wir unterstützen unsere Lieferanten dabei, faire und sichere Arbeitsbedingungen in der Produktion zu gewährleisten.

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Maßstäbe für nachhaltigen Einkauf

Rohstoffe & Lieferkette

Verantwortung im Kerngeschäft

Der Handel mit Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln ist das Kerngeschäft von ALDI Nord. Seit jeher haben wir für unsere Eigenmarken klare Vorstellungen von Qualität, Preis und Verantwortung. Uns ist bewusst, dass die Herstellung der Produkte mit sozialen und ökologischen Auswirkungen verbunden ist. Deshalb übernehmen wir Verantwortung in unserer Lieferkette: Dies haben wir als zentrales Element unseres Nachhaltigkeitsverständnisses in unserer Corporate Responsibility (CR)-Policy verankert.

Rund 93 Prozent unseres Sortiments besteht aus Eigenmarkenartikeln, die wir sorgfältig für unsere Kunden auswählen und gestalten. Dies ermöglicht es uns, Nachhaltigkeit direkt am Produkt umzusetzen: Wir definieren klare Anforderungen und nehmen so Einfluss auf Inhaltsstoffe, Gestaltung und Produktionsbedingungen unserer Artikel. Dabei gehen Produktkennzeichnungen, einzuhaltende Grenzwerte oder Prüfungen zum Teil weit über das gesetzlich geregelte Maß hinaus. Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir zudem an fairen und sicheren Arbeitsbedingungen sowie umweltverträglichen Produktions- und Anbaumethoden. Denn unser Ziel lautet: Millionen von Kunden in Europa sollen mit gutem Gewissen bei uns einkaufen können.

Gemeinsames Engagement für Nachhaltigkeit und Qualität

Zu unseren wichtigsten Partnern bei der Sortimentsgestaltung gehören unsere Lieferanten. Mit ihnen arbeiten wir langfristig, eng und vertrauensvoll zusammen. Deshalb achten wir darauf, dass sie unsere Vorstellungen von Qualität, Verantwortung und Verlässlichkeit teilen. Gemeinsam entwickeln wir unsere sozialen und ökologischen Standards laufend weiter und stellen unser Sortiment, dort wo es sinnvoll und möglich ist, auf nachhaltigere Rohmaterialien um. Den Rahmen für diese Umstellung geben unter anderem die rohstoffspezifischen Einkaufspolitiken vor. Unser Social-Compliance-Programm (SC-Programm) setzt Lieferanten klare Richtlinien für die Arbeitsbedingungen in den von ihnen beauftragten Produktionsstätten und definiert, wie deren Einhaltung nachgewiesen werden muss. Um übergreifende Herausforderungen anzugehen, nehmen wir an Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen teil. Für unser Engagement haben wir uns konkrete Ziele gesetzt: beispielsweise die Erstellung einer Internationalen Kaffee-Einkaufspolitik.

Klare Anforderungen stellen, Einhaltung prüfen

Bevor wir neue Nachhaltigkeitsanforderungen verabschieden, prüfen wir mit ausgewählten Lieferanten ihre Umsetzbarkeit – wie zum Beispiel bei der Erstellung der Tierwohl-Einkaufspolitik. Die so entwickelten Anforderungen werden fester Bestandteil unserer Einkaufsprozesse und -verträge. Wir machen verlässliche Vorgaben und geben unseren Lieferanten bei Veränderungen möglichst ausreichend Zeit zur Umsetzung. Lieferanten müssen dokumentieren, dass sie alle Vorgaben umsetzen, und dies bei stichprobenartigen Überprüfungen nachweisen. Dazu erfolgen auch unangekündigte Besuche vor Ort durch akkreditierte, unabhängige Prüfer, aber auch durch eigene Experten.

Die CR-Verantwortlichen von ALDI Nord stehen Lieferanten wie Einkäufern unternehmensgruppenweit als Ansprechpartner zur Seite. Konzeptionelle Ansätze werden von der CR-Abteilung von ALDI Einkauf entwickelt: Sie koordiniert unter anderem die Erstellung und Umsetzung der rohstoffspezifischen Einkaufspolitiken sowie des SC-Programms und steht im Austausch mit den CR-Verantwortlichen der Länder.

Unsere Einkaufspolitiken verpflichten zu Nachhaltigkeit

Bis zum Ende des Berichtszeitraums haben wir für unsere Eigenmarken rohstoffspezifische Einkaufspolitiken für Fisch, Kakao und Palmöl veröffentlicht. Eine Tierwohl-Einkaufspolitik folgte Anfang 2016. Weitere entsprechende Regelwerke für Kaffee, Holz, Pappe, Papier und Baumwolle sind in Planung. Mit den Einkaufspolitiken definieren wir klare Anforderungen, Ziele und Geltungsbereiche sowie Verantwortlichkeiten und Kontrollmaßnahmen. Außerdem gelten sie verbindlich für unsere Einkäufer bei Ausschreibungs- und Einkaufsprozessen.

Die Lieferanten der entsprechenden Produkte verpflichten sich bei Vertragsabschluss, die Anforderungen der maßgeblichen Einkaufspolitik umzusetzen. Wir arbeiten ausschließlich mit Geschäftspartnern zusammen, die im Einklang mit unseren Einkaufspolitiken handeln. Diese gelten für die gesamte Unternehmensgruppe – die Internationale Tierwohl-Einkaufspolitik wird zusätzlich durch nationale Politiken ergänzt. Zudem können die ALDI Nord Gesellschaften in den Ländern – im Einklang mit den Zielen der Unternehmensgruppe – auch eigene strengere Ziele und Anforderungen formulieren.

Die Einkaufspolitiken werden jährlich inhaltlich geprüft und falls nötig überarbeitet. Inhaltliche Anforderungen, Daten und Fakten sind so stets auf dem neuesten Stand. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse werden ebenso berücksichtigt wie politische Initiativen, neue Gesetzgebungen oder interne CR-Anforderungen.

Unsere Einkaufspolitiken verpflichten zu Nachhaltigkeit

Die wichtigsten Rohstoffe im Fokus

Wir setzen dort an, wo die Wirkung am größten ist. Dazu analysieren wir unser Produktangebot aus Nachhaltigkeits- und Risikogesichtspunkten: Welche Rohstoffe unterliegen Risiken aufgrund ihrer Herstellungs- und Anbaumethoden und stehen in der gesellschaftlichen Diskussion? Was wird in unserem Sortiment häufig verwendet oder stark nachgefragt? Im Ergebnis erreichen wir für eine größtmögliche Zahl an Eigenmarkenartikeln und die darin enthaltenen Rohstoffe eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Verbesserung der Produktion.

Fisch und Meeresfrüchte: Bestände und Umwelt schonen, Produkte transparent kennzeichnen

Viele natürliche Fischbestände sind durch Überfischung, illegale Fangmethoden und Umweltbelastungen bedroht. Um Bestände zu schützen und auch langfristig die Nachfrage nach dem Lebensmittel Fisch decken zu können, müssen sich Fang und Fischzucht verändern. Wir wollen bei unseren Eigenmarkenprodukten einen nachhaltigeren Umgang mit Fisch und Meeresfrüchten entlang der gesamten Liefer- und Produktionskette sicherstellen. Ende 2015 lag der Anteil zertifizierter Rohware nach Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC), GLOBALG.A.P. oder EU-Bio in der gesamten Unternehmensgruppe bei knapp 33 Prozent.

Anteil eingekaufter Eigenmarkenartikel, die MSC-, ASC-, GLOBALG.A.P.- oder EU-Bio-zertifiziert sind, an der Gesamtzahl eingekaufter Fischartikel, aufgeschlüsselt nach Zertifizierungsart (in Prozent)1

Anhand des Anteils der zertifizierten Produkte messen wir unsere Zielerreichung.

2014 2015  
Gesamt davon MSC davon ASC davon GLOBALG.A.P. davon EU-Bio-Logo Gesamt davon MSC davon ASC davon GLOBALG.A.P. davon EU-Bio-Logo
Belgien/Luxemburg2 25,0 77,7 5,6 16,7 32,4 82,6 8,7 8,7
Dänemark 39,1 88,8 5,6 5,6 56,9 72,4 6,9 20,7
Deutschland 53,4 77,7 4,8 14,3 3,2 70,6 64,0 10,1 22,5 3,4
Frankreich3 19,3 94,1 5,9 17,9 85,0 5,0 40,0
Niederlande 42,7 74,0 12,0 14,0 47,4 67,3 16,4 14,5 1,8
Polen 33,3 87,5 6,3 6,2 35,8 73,7 10,5 21,1
Portugal 28,2 90,9 9,1 25,0 76,9 23,1
Spanien 10,9 85,7 7,1 7,2 10,9 76,9 15,4 7,7
Unternehmensgruppe 27,3 79,4 7,3 11,3 2,0 32,9 71,7 11,5 17,3 2,6

1 Artikel, die mit mehreren Siegeln zertifiziert sind, werden in der Aufschlüsselung unter allen betroffenen Kategorien aufgeführt, in der Gesamtzahl aber nur als ein Artikel gezählt. Deshalb kann die Summe der Aufschlüsselungen über 100 Prozent liegen.
2 ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).
3 Für 2014 sind keine vollständigen Daten für die in Frankreich eingekauften GLOBALG.A.P.-zertifizierten Fischartikel verfügbar.

Mit unserer Fisch-Einkaufspolitik bereiten wir den Weg für eine nachhaltige Sortimentsumstellung vor. Unsere Lieferanten sind verpflichtet, die Kernstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO) und den Verhaltenskodex der Business Social Compliance Initiative (BSCI) sowie die Vorgaben der regionalen Fischereimanagement-Organisationen einzuhalten. Besonders kritische Produkte werden konsequent ausgelistet: beispielsweise Fischarten, die auf internationalen Artenschutzlisten als gefährdet, geschützt oder zeitweise geschützt eingestuft wurden und nicht nachhaltig befischt werden. Seit 2011 entwickeln wir die Fisch-Einkaufspolitik laufend weiter. Eine aktualisierte Version erschien im Mai 2015. Für 2016 ist eine umfassende Überarbeitung geplant.

Verbraucher unterstützen wir durch unsere Fischkennzeichnung bei einer bewussten Kaufentscheidung. Die Kennzeichnung informiert über die genaue Fischart, Wildfang oder Aquakultur, Fangmethode, -gebiet und -zeitraum; bei Aquakultur informiert sie über das Land der Aufzucht sowie in den meisten Fällen auch über die Aquakulturmethode. Sofern möglich, findet der Kunde darüber hinaus auch Angaben zum Fangschiff und Anlandehafen. Mit dieser Kennzeichnung geht ALDI Nord in den meisten Ländern der Unternehmensgruppe über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Ausgezeichnet werden alle Fischereierzeugnisse und Meeresfrüchte sowie sämtliche Produkte, die über einen Fischanteil verfügen, in Deutschland beispielsweise auch Thunfischpizza, Paella oder Salate. Um die Lieferkette digital zurückverfolgen zu können, planen wir zunächst in Deutschland die Ausweitung des ALDI Transparenz Codes (ATC) auf diese Warengruppen.

Wir entwickeln unsere Einkaufspolitik kontinuierlich weiter und tauschen uns dazu auch mit Experten aus Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organisations – NGOs), Wissenschaftlern und Vertretern des Bundesverbands der Deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels aus. Gemeinsam mit dem Einkauf analysiert die CR-Abteilung fortlaufend das gesamte Fischsortiment nach definierten Kriterien wie etwa der Fangmethode. Die Ergebnisse werden genutzt, um kurz- bis mittelfristig nachhaltigere Produktalternativen zu finden oder eine Auslistung zu veranlassen. Stichprobenartige DNA-Analysen bei ALDI Einkauf dienen der Fischartenbestimmung. Bei ALDI Frankreich finden diese seit 2013 für alle Fisch- und Meeresfrüchteprodukte statt.

Kampagne „Bewusste Fischwoche“ in den Niederlanden und Belgien

Im September 2015 beteiligte sich ALDI Niederlande an einer gemeinschaftlichen Initiative des MSC, des ASC und des World Wide Fund For Nature (WWF). Unter dem Motto „Bewusste Fischwoche” wurden Verbraucher informiert, wie sie Produkte aus nachweislich nachhaltiger Fischerei (MSC) oder verantwortungsbewusster Zucht (ASC) erkennen können. Die Kampagne war mit einer Onlinebroschüre, über das Kundenmagazin ALDI aktuell und in den Filialen präsent. Auch ALDI Belgien informierte ihre Kunden über die Kampagne.

Tierwohl: Einkaufspolitik setzt Standards

Die artgerechte Haltung von Nutztieren steht im Fokus einer gesellschaftlichen Debatte, die in den Ländern der Unternehmensgruppe unterschiedlich geführt wird. Zahlreiche Eigenmarkenprodukte von ALDI Nord enthalten tierische Rohstoffe. Es liegt daher in unserer Verantwortung, gemeinsam mit den Lieferanten Tierwohlstandards zu etablieren und weiterzuentwickeln. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren bereits unternehmensgruppenweit unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt, die über das gesetzlich Geforderte hinausgehen: So haben wir beispielsweise im Januar 2014 Angorawolle vom Handel ausgeschlossen. Im März 2015 haben wir in Übereinstimmung mit dem internationalen „Fur Free Retailer“-Programm unseren Verzicht auf Echtpelzwaren auch öffentlich erklärt.

Seit Anfang 2016 gibt die Internationale Tierwohl-Einkaufspolitik einen verbindlichen Rahmen vor. Sie hat für sämtliche Produkte der ALDI Nord Food- und Non-Food-Eigenmarken mit tierischen Rohstoffen Gültigkeit. In der Einkaufspolitik formulieren wir unsere Anforderungen an eine tierwohlorientierte Sortimentsgestaltung, Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Kontrollen und Audits. Sie schreibt fest, dass wir unsere Tierwohlaktivitäten kontinuierlich ausbauen und uns aktiv an einem branchenweiten Dialog beteiligen, wie wir ihn beispielsweise in Deutschland in der Initiative Tierwohl führen.

Die Internationale Tierwohl-Einkaufspolitik gilt in allen Ländern der Unternehmensgruppe ALDI Nord. Diese haben die Möglichkeit, Anforderungen und Ansprüche individuell zu konkretisieren und die Einkaufspolitik dadurch an nationalen Gegebenheiten auszurichten. So können wir unterschiedlichen Erwartungen von Verbrauchern oder NGOs sowie den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben in den Ländern gerecht werden. In Deutschland, den Niederlanden und Dänemark haben wir bereits Nationale Tierwohl-Einkaufspolitiken verabschiedet; in Belgien veröffentlichen wir diese im Jahr 2016.

In Deutschland, den Niederlanden und Dänemark wurde das Thema Tierwohl in den vergangenen Jahren besonders intensiv diskutiert. Unsere Stakeholder stellen hier spezifische Anforderungen an uns, die sich von den Erwartungen in anderen Ländern abheben. In diesen Ländern haben wir im Berichtszeitraum weitere Maßnahmen umgesetzt und anspruchsvolle Ziele formuliert.

Tierwohlengagement in Deutschland: transparent informieren, kritische Themen angehen

Als erstes Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel hat ALDI Nord bereits 2004 den Handel mit Eiern aus Käfig-/Kleingruppenhaltung ausgeschlossen. Außerdem haben wir eine sogenannte Negativliste definiert, mit der wir den Verkauf bestimmter Waren ausschließen. Dazu gehören:

  • Fleisch, Daunen oder Federn aus Stopfmast und Lebendrupf
  • Wolle, die mit Mulesing-Verfahren gewonnen wird
  • Kaninchenfleisch
  • Wachteln und Wachteleier
  • Hummer, Aal, Hai sowie Fischarten, die auf internationalen Artenschutzlisten als „gefährdet geschützt“ oder „zeitweise geschützt“ eingestuft sind

Bei unseren Fleisch- und fleischhaltigen Produkten erwarten wir – wie zum Teil gesetzlich vorgeschrieben – die lückenlose Rückverfolgbarkeit ihrer Herkunft. Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus müssen unsere Geschäftspartner diese Angaben auf Wunsch unverzüglich ALDI Nord zur Verfügung stellen und entsprechende Verfahren hierfür eingerichtet haben. Mithilfe des ATC ermöglichen wir unseren Kunden in Deutschland, die Herkunft der Produkte schon während des Einkaufs zu prüfen. Darüber hinaus arbeiten wir mit dem Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) zusammen, der die Herkunft von Eiern aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung kontrolliert. Die KAT-Anforderungen gehen über die gesetzlichen Kriterien hinaus und beziehen Tierschutzaspekte mit ein. Auf www.was-steht-auf-dem-ei.de kann sich jeder Kunde detailliert über den Erzeugerbetrieb informieren.

Anteil KAT-zertifizierter Schaleneier an der Gesamtzahl eingekaufter Schaleneier (in Prozent)1

Der Anteil KAT-zertifizierter Schaleneier beträgt rund 99 Prozent. Der gestiegene Anteil KAT-zertifizierter Schaleneier geht auf die Einführung der Anforderung in Belgien Anfang 2015 zurück.

2014 2015
Belgien/Luxemburg2 9,1 86,0
Deutschland 100,0 100,0
Niederlande 100,0 100,0
Polen 23,9 34,4
Unternehmensgruppe 97,8 99,1

1 Die KAT-Zertifizierung wird nicht in allen Ländern genutzt. Deshalb sind hier nur die Länder aufgeführt, in denen diese verwendet wird.
2 ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).

Um weitere Verbesserungen beim Tierwohl zu erzielen, bereitet ALDI Nord in Deutschland eine noch intensivere Zusammenarbeit mit Lieferanten zu weiteren kritischen Aspekten vor, darunter die Schlachtung tragender Rinder, die Enthornung von Rindern oder das Schwanzkupieren bei Ferkeln. Außerdem werden wir in Deutschland den Handel mit Schaleneiern von Legehennen mit gekürzten Schnäbeln 2017 ausschließen.

Initiative Tierwohl

ALDI Nord ist Gründungsmitglied der Initiative Tierwohl. Seit Januar 2015 arbeitet dieser Zusammenschluss aus Handel, Wissenschaft, Tierschützern sowie Schweine- und Geflügelhaltern in Deutschland daran, die Bedingungen in der Schweine- und Geflügelhaltung zu verbessern.

Die Initiative hat messbare Tierwohlkriterien entwickelt, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen. Zudem wurde ein Zertifizierungsprozess eingeführt. Landwirte, die freiwillig bestimmte Maßnahmen umsetzen, erhalten unabhängig vom Marktpreis ein Tierwohlentgelt. Finanziert wird der Mehraufwand für die Tierhalter durch alle teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler. ALDI Nord zahlt pro verkauftes Kilo Schweine- oder Geflügelfleisch einen festen Betrag in Höhe von vier Cent an den von der Initiative eingerichteten Tierwohlfonds.

Ein Jahr nach dem Start der Initiative profitieren bereits zwölf Millionen Schweine sowie 255 Millionen Hähnchen und Puten in rund 2.900 Betrieben von den Fortschritten.

Niederlande: Gütezeichen für Fleischprodukte und Tierwohlkampagnen

Auch ALDI Niederlande hat Anfang 2016 eine Nationale Tierwohl-Einkaufspolitik veröffentlicht. Dort nutzen wir das „Beter Leven“-Gütesiegel (deutsch: „Besseres Leben“) des niederländischen Tierschutzbunds. Es kennzeichnet Produkte mit tierischen Rohstoffen oder aus verarbeiteten tierischen Rohstoffen, die bestimmte Tierwohlkriterien erfüllen. Unser Ziel ist es, dass langfristig alle entsprechenden Produkte bei ALDI Niederlande mindestens die Kriterien des Ein-Stern-„Beter Leven“-Gütesiegels erfüllen. Ab 2016 werden erste Artikel mit dem Gütesiegel angeboten. Bis Ende des Jahres werden wir unser gesamtes Angebot an frischem Hähnchenfleisch in den Niederlanden durch Fleisch einer langsamer wachsenden Rasse ersetzen – oder durch Fleisch, das die Kriterien des Ein-Stern-„Beter Leven“-Gütesiegels erfüllt. Bis dahin soll auch das frische Schweinefleisch unseres Standardsortiments die Ein-Stern-Kriterien erfüllen.

Über nationale Nachhaltigkeitskampagnen arbeitet ALDI Niederlande mit Lieferanten und NGOs zusammen, um Verbesserungen beim Tierwohl zu erreichen. Die Nationale Tierwohl-Einkaufspolitik wurde mit dem niederländischen Tierschutzverein abgestimmt und soll jedes Jahr gemeinsam evaluiert werden.

Dänemark: Ausschluss bestimmter Tierprodukte

Die Nationale Tierwohl-Einkaufspolitik von ALDI Dänemark wurde im Frühjahr 2016 veröffentlicht. Dort schließen wir ebenfalls den Verkauf bestimmter Waren mit einer Negativliste aus. Dazu gehören Kaninchenfleisch, Wachteln beziehungsweise Wachteleier sowie Wolle, die mit dem Mulesing-Verfahren gewonnen wird. Künftig soll auch der Verkauf von Hummer eingestellt werden.

Gentechnik: Verzicht in Produkten und Futtermitteln

In der Europäischen Union (EU) besteht seit vielen Jahren eine Kennzeichnungspflicht für genetisch veränderte Organismen (GVO). In Frankreich sind GVO in Produkten grundsätzlich gesetzlich verboten, daher greift die Kennzeichnungspflicht hier nicht. Die Lieferanten der Unternehmensgruppe ALDI Nord müssen garantieren, dass die Ware keine genetisch veränderten Lebensmittelzutaten, Zusatzstoffe oder sonstigen Stoffe im Sinne des in der EU geltenden Rechts enthält, daraus besteht oder hergestellt wird. Dies gilt für sämtliche von ALDI Nord verkauften Food-Artikel und schließt alle Vorstufen ein. Zudem müssen die Lieferanten entsprechende Erklärungen und Laboranalysen vorhalten und bei Prüfungen offenlegen. Die Kennzeichnung gemäß EU-Recht verlangt im Endprodukt jedoch keine Angaben über die eingesetzten Futtermittel. Deshalb nutzt ALDI Nord in Deutschland das Siegel Ohne GenTechnik des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), das dazu Auskunft gibt. Im Berichtsjahr wurden mit dem VLOG-Siegel zwölf Produkte ausgezeichnet.

Palmöl: Standardsortiment auf zertifizierte Quellen umstellen

Palmöl ist sehr vielseitig und wird daher in zahlreichen Produkten verwendet – vom Waschmittel über Kosmetika bis hin zur Kuchenglasur. Die Palmölproduktion führt jedoch in vielen Anbaugebieten Südostasiens zu ökologischen und sozialen Belastungen: Regenwälder werden für Ölpalmenplantagen gerodet; heimische Arten verlieren ihren Lebensraum, die indigene Bevölkerung ihre Lebensgrundlage. Palmöl zu ersetzen ist allerdings nicht einfach – die Ölpalme ist die ergiebigste Ölfrucht weltweit. Deshalb setzt die Unternehmensgruppe ALDI Nord mit ihrer seit 2015 gültigen Internationalen Palmöl-Einkaufspolitik auf nachhaltigere und schonendere Anbaumethoden. Zukünftig werden wir alle gehandelten Food-Eigenmarkenartikel mit Palmölbestandteilen im Standardsortiment zertifizieren lassen. Grundlage ist die physische Zertifizierung nach dem Standard des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil – RSPO). Langfristig planen wir, einen möglichst hohen Anteil über die beiden sogenannten segregierten Lieferkettensysteme zu beziehen, die eine strenge Trennung des nachhaltigen Palmöls von nicht zertifiziertem fordern.

Seit 2015 sind wir Mitglied des RSPO und nutzen dieses Forum, um beim Anbau von Ölpalmen einen Beitrag zur schonenden landwirtschaftlichen Nutzung zu leisten. Im Dialog mit NGOs, Palmölerzeugern sowie Handelsunternehmen werden im RSPO Prinzipien und Kriterien für die Förderung von umweltschonendem und sozialverträglich produziertem Palmöl erarbeitet. Unsere Lieferanten verpflichten wir dazu, ebenfalls dem RSPO beizutreten. Sie sind zudem aufgefordert, eine Lieferkettenzertifizierung nachzuweisen, die auch für die letzte Produktionsstätte vor der Auslieferung gültig ist. Um den Status der Umsetzung zu prüfen, führen wir seit 2014 jährlich Lieferantenbefragungen durch.

In Deutschland bezieht ALDI Nord seit Ende 2015 nur noch physisch-RSPO-zertifiziertes Palmöl für Eigenmarkenprodukte im Bereich Lebensmittel. Unser Engagement wird von externen Stakeholdern gewürdigt: Auf der Palmöl-Scorecard 2015 des WWF Deutschland wird ALDI Nord inzwischen im oberen Mittelfeld geführt. ALDI Niederlande konnte Anfang 2016 einen Anteil von 90 Prozent physisch-RSPO-zertifiziertes Palmöl für Eigenmarkenprodukte im Bereich Lebensmittel vorweisen. Aktuell werden dort Gespräche mit Lieferanten geführt, um auch die letzten zehn Prozent umzustellen.

Anteil der für die Herstellung unserer Food- und Non-Food-Produkte eingesetzten Palmölgesamtmenge, der nach einem physischen RSPO-Lieferkettensystem zertifiziert wurde (in Prozent)1

Unternehmensgruppenweit stieg der Anteil an physisch-RSPO-zertifiziertem Palmöl (inklusive Palmkernöl und Derivaten) 2015 gegenüber dem Vorjahr auf knapp 77 Prozent. Die Menge an eingesetztem Palmöl ist in demselben Zeitraum von über 44.000 Tonnen auf rund 39.600 Tonnen im Jahr 2015 gesunken. Ein Grund für den Rückgang ist unter anderem die 2015 eingeführte Internationale Palmöl-Einkaufspolitik. Da die Daten für 2014 noch nicht alle Sortimentsbestandteile umfassten, lassen sich die Anteile nicht direkt miteinander vergleichen.

2014 2015  
Belgien/Luxemburg2 63,6 77,7
Dänemark3 n/a 30,1
Deutschland 87,7 86,7
Frankreich 52,7 66,5
Niederlande 29,8 71,4
Polen 73,5 78,7
Portugal 59,2 62,7
Spanien3 n/a 36,9
Unternehmensgruppe 71,7 76,8

1 Die Daten basieren zum Teil auf Hochrechnungen.
2 ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).
3 Daten sind erst ab 2015 verfügbar (n/a = nicht verfügbar).

Kakao: Rahmenbedingungen für Kleinbauern und Ökosysteme verbessern

ALDI Nord verkauft zahlreiche kakaohaltige Produkte. Kakao wird größtenteils von Kleinbauern und ihren Familien in Westafrika angebaut und an Kooperativen verkauft. Vielerorts fehlt es den Kleinbauern jedoch an Kenntnissen und Möglichkeiten, um ökologisch, sozialverträglich und wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten. Wir möchten zum Erhalt von Ökosystemen beitragen und die Arbeitsbedingungen sowie Lebensumstände der am Kakaoanbau beteiligten Menschen verbessern. Gleichzeitig können wir Kakaobestände so auch in Zukunft sichern und als Grundlage für unsere Produkte erhalten. In unserer unternehmensgruppenweit gültigen Internationalen Kakao-Einkaufspolitik haben wir uns deshalb das Ziel gesetzt, unsere kakaohaltigen Eigenmarkenartikel bis Ende 2017 auf nachhaltig zertifizierte Rohware umzustellen. Dies gilt für Süßwaren (Süßgebäck, Pralinen, Schokolade, Saisonartikel), Cerealien und Eis sowie weitere Eigenmarkenartikel mit wesentlichem Kakaoanteil (zum Beispiel Brotaufstrich, Kuvertüre). Von den Lieferanten der genannten Eigenmarkenartikel fordern wir, dass sie dem Fairtrade-, Rainforest Alliance- oder UTZ-Zertifizierungsstandard entsprechen.

Anteil eingekaufter kakaohaltiger Eigenmarkenartikel mit zertifiziert nachhaltigem Kakao an der Gesamtzahl eingekaufter kakaohaltiger Artikel, aufgeschlüsselt nach Zertifizierungsart (in Prozent)

Bis Ende 2015 haben wir unternehmensgruppenweit etwa 49 Prozent der kakaohaltigen Eigenmarkenartikel vollständig auf zertifizierte Rohware umgestellt. ALDI Niederlande hatte Ende 2015 bereits rund 78 Prozent ihres gesamten Sortiments (inklusive Aktionsartikel) auf zertifizierte Rohware umgestellt.

2014 2015  
Gesamt davon Fairtrade davon UTZ davon Rainforest Alliance Gesamt davon Fairtrade davon UTZ davon Rainforest Alliance
Belgien/Luxemburg1 8,7 10,0 90,0 20,0 1,9 98,1
Dänemark 40,9 100,0 73,5 100,0
Deutschland 56,8 100,0 77,0 0,9 99,1
Frankreich 20,0 100,0 23,9 100,0
Niederlande 53,3 100,0 77,5 3,6 96,4
Polen 49,2 100,0 69,7 100,0
Portugal 51,5 100,0 68,5 100,0
Spanien 36,1 100,0 55,4 99,4 0,6
Unternehmensgruppe 32,3 0,5 99,5 48,9 1,9 97,9 0,2

ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).

Auf die Veröffentlichung der Internationalen Kakao-Einkaufspolitik im Jahr 2015 haben wir intern und extern mit verschiedenen Maßnahmen aufmerksam gemacht. Diese Aktivitäten werden wir noch weiter ausbauen: Beispielsweise bewerben wir die zertifizierten Produkte im Kundenmagazin ALDI aktuell. Als Kommunikationsplattform nutzen wir auch den Verein Forum Nachhaltiger Kakao (FNK), in dem wir seit März 2015 Mitglied sind. Das FNK will die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien verbessern, natürliche Ressourcen und Biodiversität in den Anbauländern schonen und erhalten sowie den Anbau und die Vermarktung nachhaltig erzeugten Kakaos fördern. Als Mitglied des FNK verpflichtet sich ALDI Nord, über nachhaltigkeitswirksame Aktivitäten im Kakaosektor zu berichten. Zudem werden regelmäßig intern Fortschritte geprüft. Dies hilft uns, Potenzial für die Weiterentwicklung unserer Internationalen Kakao-Einkaufspolitik zu identifizieren.

PRO-PLANTEURS unterstützt Kakaobauern

Die Unternehmensgruppe ALDI Nord beteiligt sich an dem Projekt PRO-PLANTEURS, das von Mitgliedern des Vereins Forum Nachhaltiger Kakao sowie der ivorischen Regierung 2015 initiiert wurde. Ziel des Projekts ist die Professionalisierung von kakaoproduzierenden Familienbetrieben und Bauernorganisationen sowie die Steigerung ihrer Einkommen. So soll eine Verbesserung der Ernährungs- und Lebenssituation erwirkt werden. Innerhalb der Projektlaufzeit von fünf Jahren sollen 20.000 Familienbetriebe und Bauernorganisationen in den östlichen und südöstlichen Regionen der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) durch Schulungen und Beratungen professionalisiert werden. Insbesondere Jungbauern und Frauen stehen im Fokus des Projekts. Während der Kakaoanbau für junge Farmer attraktiver gemacht werden soll, werden Frauen darin gefördert, ihre Einkommenssituation zu verbessern und eine bessere Nahrungsgrundlage für die Familien zu schaffen. Das Projekt wird unter enger Einbindung der FNK-Mitglieder und der ivorischen Regierung umgesetzt.

Kaffee: Internationale Einkaufspolitik für nachhaltigen Kaffee in Vorbereitung

Der Kaffeeanbau bildet die Existenzgrundlage für rund 25 Millionen Kleinbauern aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Zahlreiche Arbeitsschritte auf dem Weg zum Endprodukt bergen soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen. Unser Ziel ist es, Kaffeefarmer durch Nachfrage nach verantwortungsvoll erzeugter Ware zu unterstützen. Dazu arbeiten wir mit anerkannten und etablierten Standardorganisationen wie der Common Code for the Coffee Community (4C) Association, TransFair (Fairtrade) und Rainforest Alliance zusammen. Sie befähigen Kaffeefarmer über Zertifizierungssysteme und Qualifizierungsprogramme, ihre Betriebe in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht besser aufzustellen. Neben dem 4C-Membership-Logo sind bislang auf einzelnen Kaffeeartikeln das EU-Bio-Logo sowie das Fairtrade- und Rainforest Alliance CertifiedTM-Siegel vertreten. Zukünftig planen wir, das Nachhaltigkeitsengagement in unserem Kaffeesortiment zu verstärken. Im Jahr 2016 erarbeiten wir in einem ersten Schritt eine Internationale Kaffee-Einkaufspolitik, die die Umstellung unseres Sortiments auf nachhaltigen Kaffee steuert und ausbaut.

Anteil eingekauften zertifiziert beziehungsweise verifiziert nachhaltigen Kaffees am Gesamtgewicht eingekauften Kaffees für Eigenmarkenartikel (in Prozent)

Insgesamt waren 2015 rund 13 Prozent des eingekauften Kaffees mit einem der oben genannten Standards zertifiziert beziehungsweise verifiziert. Der größte Teil entfiel dabei auf die 4C-Verifizierung (rund 49 Prozent), gefolgt von der Rainforest Alliance-Zertifizierung (rund 21 Prozent) sowie dem EU-Bio-Logo (rund 18 Prozent).

2014 2015  
Belgien/Luxemburg1 5,0 5,6
Dänemark 5,6 7,6
Deutschland 15,6 18,6
Frankreich 3,4 3,1
Niederlande 4,1 4,5
Polen 3,6 4,7
Portugal 8,8 12,5
Spanien 11,6 15,1
Unternehmensgruppe 10,8 12,8

1 ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).

Seit 2009 ist die Unternehmensgruppe ALDI Nord Mitglied der 4C Association und arbeitet gemeinsam mit Kaffeebauern, Kooperativen, Exporteuren, Rohkaffeehändlern, Röstern, Groß- und Einzelhandelsunternehmen, NGOs, Standardinitiativen, öffentlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen an Verbesserungen im Kaffeesektor. Zukünftig wird sich 4C strategisch neu ausrichten, was die Weiterentwicklung der Organisation in die Global Coffee Platform beinhaltet. Als Nachhaltigkeitsplattform für verschiedene Anspruchsgruppen bringt die Global Coffee Platform alle wichtigen Akteure im Kaffeesektor zusammen. Gemeinsam arbeiten die Mitglieder daran, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bedingungen für die Kaffeeproduktion und -verarbeitung so zu verbessern, dass der nachhaltige Anbau von Kaffee in den Ursprungsländern auch für zukünftige Generationen attraktiv ist. Ein Element ist die Förderung von verschiedenen Nachhaltigkeitsstandards und -initiativen, um Angebot und Nachfrage für verifizierten und zertifizierten Kaffee zu steigern. Ziel der 4C Association ist eine 100-prozentige Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien des Basis-Standards in der gesamten Kaffeeproduktion (nachgewiesen mithilfe der 4C-Verifizierung oder anderer anerkannter Mechanismen). Für die Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Nachhaltigkeit unterstützt die Unternehmensgruppe ALDI Nord diesen Ansatz und bezieht deshalb Kaffees, die in Übereinstimmung mit dem Basis-Standard – dem Baseline Common Code – produziert wurden.

Tee: auch beim nachhaltigen Teebezug aktiv

Anteil eingekauften zertifiziert nachhaltigen Tees am Gesamtgewicht eingekaufter Teeartikel (in Prozent)1

Als Zertifizierungsarten wurden Fairtrade, das EU-Bio-Logo, Rainforest Alliance sowie UTZ ausgewertet. Insgesamt waren 2015 rund 17 Prozent des eingekauften Tees mit einem dieser Standards zertifiziert. Der größte Teil entfiel dabei auf das EU-Bio-Logo (rund 55 Prozent), gefolgt von der Rainforest Alliance-Zertifizierung (rund 38 Prozent).

2014 2015
Unternehmensgruppe 15,9 17,1

1 In der Erfassung wurden sowohl teehaltige Eigenmarkenartikel (Produkte, die Erzeugnisse aus dem Teestrauch enthalten) als auch teeähnliche Eigenmarkenartikel (zum Beispiel Früchtetee) berücksichtigt.

Fairtrade: Sozial- und Umweltstandards beim Bezug von Rohstoffen fördern

Fairtrade steht für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern und Beschäftigten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Für uns bietet die Kooperation mit Fairtrade eine zusätzliche Möglichkeit, Sozial- und Umweltstandards im globalen Handel zu fördern.

ALDI Nord plant, schrittweise das Angebot von Fairtrade-Artikeln im Standard- und Aktionssortiment auszubauen. 2015 haben wir die Eigenmarke FAIR entwickelt und eingeführt, um Fairtrade-zertifizierte Produkte zu vermarkten. Bisher werden Produkte unter dieser Marke in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gehandelt.

Durch Fairtrade profitieren Kleinbauern und Beschäftigte von festen Mindestpreisen, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken, sowie von der Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte: Dazu zählen zum Beispiel der Bau einer Schule, einer Krankenstation oder auch Investitionen in die lokale Infrastruktur. Fairtrade verbietet Zwangsarbeit sowie illegale Kinderarbeit und bietet Unterstützung, Schulungen und Beratung für Produzenten in den Anbauländern. Hiervon profitieren bereits rund 1,6 Millionen Kleinbauern und Beschäftigte in 74 Ländern. Die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT überprüft vor Ort, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten werden.

Obst und Gemüse: breites Bewusstsein für Sozialstandards schaffen

Eine wichtige Warengruppe von ALDI Nord ist Obst und Gemüse. Um die Sozialpraktiken bei den Erzeugern zu bewerten, haben wir zum Jahresanfang 2016 das Evaluierungsinstrument GRASP (GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice) eingeführt. Das GRASP-Modul ist eine Ergänzung der GLOBALG.A.P.-Zertifizierung. Es behandelt Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und soziale Belange von Arbeitern in landwirtschaftlichen Betrieben. GRASP ist kein Zertifizierungs- oder Sozialauditsystem, sondern ein ergänzendes Evaluierungsinstrument, das zusammen mit einem GLOBALG.A.P.-Audit durchgeführt wird. Die Lieferanten der Warengruppe Obst und Gemüse von ALDI Nord sind in der Regel bereits seit 2008 vertraglich dazu verpflichtet, Erzeugerbetriebe nach GLOBALG.A.P. zertifizieren zu lassen. Mit dem GRASP-Modul schaffen wir ein Bewusstsein für Sozialstandards in den Erzeugerbetrieben. Die GLOBALG.A.P.-Datenbank ermöglicht uns, die Ergebnisse der GRASP-Evaluierung zu prüfen und Risiken in der Lieferkette zu identifizieren. Diesen können wir mit gezielten Maßnahmen begegnen. Bis 2018 müssen alle Lieferanten GRASP oder eine vergleichbare Sozialevaluierung vorlegen. Ende 2015 lag der Anteil der nach GRASP evaluierten Erzeugerbetriebe oder Betriebe mit einer vergleichbaren Sozialevaluierung gemessen an der Gesamtzahl von Erzeugerbetrieben von Obst- und Gemüselieferanten, die ALDI Nord Deutschland beliefern, bei knapp 27 Prozent.

GLOBALG.A.P. ist ein internationaler Standard für die landwirtschaftliche Unternehmensführung – dabei steht G.A.P. für Gute Agrarpraxis (Good Agricultural Practices). GLOBALG.A.P. erreicht derzeit über 160.000 Erzeuger in mehr als 120 Ländern. Die Erzeuger müssen definierte Kriterien für ihren Gesamtbetrieb erfüllen sowie für die jeweilige Produktrichtung (Pflanzen, landwirtschaftliche Nutztiere oder Aquakulturen) und Produktgruppe (zum Beispiel Obst und Gemüse).

Durch die GLOBALG.A.P.-Zertifizierung unserer Lieferanten für Obst und Gemüse werden Risiken für die Lebensmittelsicherheit auf ein Minimum reduziert; die Produkte erfüllen die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Hygiene. Unsere Lieferanten können nachweisen, dass alle Produktionsschritte lückenlos zurückverfolgbar und umfassend kontrolliert sind.

Holz, Pappe und Papier: transparente Bezugsquellen dank anerkannten Zertifikaten

Um eine nachhaltige Holzwirtschaft zu fördern, setzt ALDI Nord zunehmend auf zertifizierte holzhaltige Artikel. Im Jahr 2017 veröffentlichen wir eine unternehmensgruppenweit verbindliche Internationale Holz, Pappe, Papier-Einkaufspolitik. Diese wird klare Anforderungen und Ziele definieren, um holzhaltige Eigenmarkenartikel des Standard- und Aktionssortiments sowie Büromaterial für unseren Eigenbedarf auf zertifizierte Rohware umzustellen. Hierzu legen wir den Forest Stewardship Council (FSC®)-Standard oder gleichwertige Zertifizierungen zugrunde, die unter anderem die Rückverfolgbarkeit vom Wald bis zum fertigen Produkt gewährleisten.

In der gesamten Unternehmensgruppe wurden bereits die Kundenmagazine ALDI aktuell und – sofern vorhanden – ALDI Reisen auf FSC®-zertifiziertes Papier umgestellt. In Deutschland wird zusätzlich der Blaue Engel verwendet.

Neben Werbeflyern und Kundenmagazinen haben wir in Deutschland Getränkekartons, Büro- und Briefpapier, Kosmetikprodukte, Hygienepapier sowie Garten- und Kleinmöbel überwiegend auf FSC®– und PEFC-zertifizierte Rohware umgestellt. Bei diesen sowie weiteren holzhaltigen Eigenmarkenartikeln des Standard- und Aktionssortiments streben wir langfristig eine vollständige Umstellung auf nachhaltige Rohware an.

Anteil eingekaufter Eigenmarkenartikel, die mit FSC®– oder PEFC-zertifizierten Rohstoffen hergestellt wurden, an der Gesamtzahl eingekaufter Eigenmarkenartikel mit Bestandteilen aus Holz, Pappe, Papier, aufgeschlüsselt nach Zertifizierungsart (in Prozent)

Um Verbesserungspotenziale zu identifizieren, ermitteln wir den Anteil zertifizierter Holz, Pappe und Papierartikel und bauen eine Produktdatenbank auf. 2015 betrug der Anteil in Deutschland rund 84 Prozent, in der Unternehmensgruppe über 41 Prozent.

2014 2015
Gesamt davon FSC®-pure davon FSC®-mix davon PEFC Gesamt davon FSC®-pure davon FSC®-mix davon PEFC
Belgien/Luxemburg1,2 24,3 30,6 20,4 49,0 24,8 41,5 12,3 46,2
Dänemark 73,4 55,1 23,2 21,7 72,4 32,9 38,2 28,9
Deutschland 86,3 31,8 35,5 32,7 84,4 34,5 31,1 34,4
Frankreich 41,7 30,7 47,7 21,6 41,5 25,8 47,4 26,8
Niederlande 51,8 15,8 36,8 47,4 54,3 20,6 28,6 50,8
Polen 60,4 43,8 15,6 40,6 59,4 47,4 15,8 36,8
Portugal 66,2 40,0 26,7 33,3 60,2 37,5 21,4 41,1
Spanien 31,2 41,7 33,3 25,0 42,6 32,6 15,2 52,2
Unternehmensgruppe 39,1 34,1 37,9 28,0 41,3 30,9 36,7 32,4

1 ALDI Belgien und ALDI Luxemburg sind rechtlich selbstständige Gesellschaften (siehe „Über diesen Bericht“).
2 Die Daten 2014 basieren zum Teil auf Hochrechnungen.

Baumwolle: Schritte zu nachhaltigen Verbesserungen

Wir sind einer der führenden Textilhändler Deutschlands; auch in weiteren Ländern der Unternehmensgruppe gehören wir zu den großen Textilanbietern. Für die Rohstoffe, die in unseren Textilien verarbeitet werden, übernehmen wir Verantwortung: Der Anbau von Baumwolle ist mit sozialen, ökonomischen und insbesondere ökologischen Herausforderungen verbunden, wie einem hohen Wasserverbrauch oder dem Einsatz von Pestiziden. Wir wollen Textilartikel im Aktionssortiment schrittweise, wo es sinnvoll und möglich ist, auf nachhaltige Baumwolle umstellen. Deshalb haben wir uns in unserem CR-Programm verpflichtet, bis 2017 eine unternehmensgruppenweite Einkaufspolitik für nachhaltige Baumwolle zu entwickeln. In unserem Aktionssortiment führen wir bereits Textilien, die zertifiziert nachhaltige Baumwolle enthalten – darunter Fairtrade, der Global Organic Textile Standard (GOTS) und der Organic Content Standard (OCS). Ab 2016 stellen wir auch die Berufsbekleidung schrittweise auf GOTS-zertifizierte Baumwolle um.

Detox: ökologische Produktionsstandards für die Textil- und Schuhproduktion

Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterstützen wir die Ziele der Detox-Kampagne: Sie wurde von der Umweltschutzorganisation Greenpeace ins Leben gerufen, um die Belastung von Mensch und Umwelt durch chemikalienhaltige Produktionsprozesse in der Textil- und Schuhindustrie zu reduzieren.

Gemeinsam mit Greenpeace wurde ein umfangreicher Kriterienkatalog erarbeitet, in dem anspruchsvolle ökologische Anforderungen an die Produktion von Textilien und Schuhen definiert wurden. Mit dieser Selbstverpflichtung setzen wir uns das Ziel, bis 2020 auf bestimmte Chemikalien in der Textil- und Schuhproduktion zu verzichten (siehe Downloadbereich ALDI Detox Commitment). Ein Fahrplan („Roadmap“) listet die nötigen Arbeitsschritte auf.

DETOX: ÖKOLOGISCHE PRODUKTIONSSTANDARDS FÜR DIE TEXTIL- UND SCHUHPRODUKTION

Wir sind uns bewusst, dass es ein langwieriger Prozess ist, bis das Verständnis und die Akzeptanz für die Detox-Anforderungen bei allen Beteiligten verinnerlicht sind. Hierbei sind wir auf die Mitwirkung und Unterstützung aller Beteiligten in der gesamten Lieferkette angewiesen. Basis für eine erfolgreiche Umsetzung sind dabei auch weiterführende offene und konstruktive Gespräche mit Greenpeace.

Bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette

Die Durchsetzung angemessener Sozialstandards ist in vielen Produktionsländern mit Herausforderungen verbunden. Wir erwarten von unseren Lieferanten, faire und sichere Arbeitsbedingungen in der Produktion zu gewährleisten. Seit 2008 sind wir Teilnehmer der Business Social Compliance Initiative (BSCI). Alle unsere Lieferanten verpflichten wir zur Einhaltung des BSCI-Verhaltenskodex. Bei der Umsetzung unserer Anforderungen unterstützen wir sie durch das 2014 für die gesamte Unternehmensgruppe entwickelte Social-Compliance-Programm Non-Food. Die BSCI ist von zentraler Bedeutung für unser Social-Compliance-Programm.

Die Rolle der BSCI für das Social-Compliance-Programm Non-Food

Die BSCI wurde 2003 von der Foreign Trade Association (FTA) ins Leben gerufen. Als FTA-Mitglied nimmt ALDI Nord an der BSCI teil. Die BSCI ist eine Initiative von Industrie- und Handelsunternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, sichere und sozial gerechte Bedingungen innerhalb der Lieferkette zu gewährleisten. Dieses gemeinsame Verständnis ist in einem Verhaltenskodex definiert.

Der BSCI-Verhaltenskodex stützt sich auf zahlreiche internationale Übereinkommen, darunter die Kernkonventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO) oder die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen (UN). In ihm verankert sind elf zentrale Arbeitnehmerrechte, unter anderem das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie der Ausschluss von Diskriminierung, Kinder- oder Zwangsarbeit.

Positiver Kaskadeneffekt in der Lieferkette

Alle BSCI-Teilnehmer verpflichten sich nicht nur selbst, den BSCI-Verhaltenskodex einzuhalten, sondern verlangen dies auch von ihren Geschäftspartnern. Bei ALDI Nord ist dies für alle Lieferanten vertraglich festgehalten. Die ALDI Nord Lieferanten wiederum geben die Verpflichtung, den Kodex umzusetzen, auch an ihre Zulieferer weiter. So entsteht ein positiver Kaskadeneffekt über die gesamte Lieferkette.

Auditieren von Produktionsstätten

Die Einhaltung des BSCI-Verhaltenskodex wird anhand von Vor-Ort-Prüfungen, sogenannten Audits, kontrolliert und bewertet. Diese werden in festgelegten Abständen durch SAAS akkreditierte und von der BSCI anerkannte Prüfgesellschaften durchgeführt. Die Auditoren führen Begehungen der Produktionsstätten durch, prüfen relevante Dokumentationen und interviewen ausgewählte Arbeiter. Der Auditor erstellt im Anschluss an das Audit einen Bericht über die festgestellten Mängel und erforderlichen Verbesserungen. Sofern sich aus den Audits wesentliche Beanstandungen ergeben, sollen die Produktionsstätten innerhalb von 60 Arbeitstagen einen Abhilfemaßnahmenplan entwickeln. In diesem Fall wird nach spätestens einem Jahr ein erneutes Audit durchgeführt. ALDI Nord erwartet von ihren Lieferanten die schnellstmögliche Beseitigung jeglicher Mängel sowie regelmäßige Statusmeldungen zum Umsetzungsstand. Neben den Audits bietet die BSCI unter anderem auch eine Reihe weiterer Dienstleistungen wie Schulungen an und organisiert den Informationsaustausch. Darüber hinaus fördert sie den Austausch mit Stakeholdern vor Ort und weltweit.

Harmonisierte Anforderungen als Basis für Verbesserungen

Aus Sicht von ALDI Nord bietet die BSCI einen wirksamen Ansatz zur Verbesserung der Arbeits- und Sozialbedingungen in den Produktionsstätten. Durch den Kaskadeneffekt wirkt sich unsere BSCI-Teilnahme über die ALDI Nord Lieferanten hinaus positiv aus. Dank harmonisierten Anforderungen und dem gemeinsamen Vorgehen aller BSCI-Teilnehmer reduziert sich zudem der Aufwand für die beteiligten Akteure – zum Beispiel durch die Vermeidung von Mehrfachauditierungen.

Social-Compliance-Programm Non-Food

Das Social-Compliance-Programm (SC-Programm) Non-Food definiert Anforderungen an unsere Lieferanten sowie an die Produktionsstätten in BSCI-Risikoländern, die von unseren Lieferanten für die Konfektionierung – also die Verarbeitung zum fertigen Produkt auf der letzten Produktionsstufe – beauftragt werden. Die Lieferanten müssen Mitglied der FTA sein und an der BSCI teilnehmen. Von ihnen eingesetzte Produktionsstätten müssen über den gesamten Zeitraum der Vertragslaufzeit hinweg ein gültiges BSCI-Audit oder eine SA8000-Zertifizierung aufweisen. Die Qualität des Auditergebnisses spielt dabei für uns eine wesentliche Rolle: Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie Produktionsstätten beauftragen, die gute bis sehr gute Auditergebnisse erreicht haben oder darlegen, dass sie gemeinsam mit den Produktionsstätten die nötigen Korrekturmaßnahmen umsetzen.

Bei der Entwicklung des SC-Programms haben wir mit Textilien begonnen; inzwischen sind Produkte aus über 16 Warengruppen in das SC-Programm integriert, darunter Schuhe, Elektronik und Spielwaren. Die verbleibenden Warengruppen werden im Januar 2017 in das SC-Programm integriert. Dies haben wir in unserem CR-Programm festgelegt.

Klare Anforderungen an unsere Lieferanten

Der Lieferant muss vor jeder Auftragsvergabe sicherstellen, dass unsere Anforderungen erfüllt sind. Unsere Einkäufer lassen die Einhaltung durch die CR-Abteilung prüfen: Zum Beispiel bietet die BSCI die Möglichkeit, über eine Datenbank umfassenden Einblick in alle aktuellen und zurückliegenden Auditberichte der Produktionsstätten zu nehmen. Die CR-Abteilung prüft alle vorliegenden Informationen für jede eingereichte Produktionsstätte und fasst diese zu einer Gesamtbewertung zusammen. Bei einer schlechten Gesamtbewertung erfolgt vorerst keine Auftragsvergabe. In solchen Fällen müssen die Lieferanten sicherstellen, dass Maßnahmenpläne über notwendige Verbesserungen erarbeitet und Probleme in den Produktionsstätten behoben werden. ALDI Nord erwartet von ihren Lieferanten, jegliche Mängel schnellstmöglich zu beseitigen und die Arbeits- und Sozialbedingungen in den Produktionsstätten stetig zu verbessern. Die Weitergabe von Aufträgen an andere Produktionsstätten ist ohne vorherige Prüfung und Freigabe ausgeschlossen.

Das Vorgehen bei Verstößen gegen das SC-Programm wurde schriftlich festgelegt und intern sowie an Lieferanten kommuniziert. Dabei werden Schweregrad und Häufigkeit der Regelverletzung ebenso berücksichtigt wie die Mitverantwortung des Lieferanten und seine Bereitschaft zur Kooperation. Mögliche Konsequenzen reichen von Abmahnungen bis – im schlimmsten Fall – zur Beendigung von Geschäftsbeziehungen.

Gebäudesicherheit bei der Textilproduktion in Bangladesch verbessern

Im Mai 2013 unterzeichneten wir das Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch (Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh). Aus Sicht von ALDI Nord ist das Abkommen ein wichtiger und grundlegender Schritt, um die Sicherheit der Arbeiter in der Textilbranche in Bangladesch zu verbessern. Im Abkommen wurden unter anderem unabhängige Sicherheitsinspektionen vereinbart. Das gebündelte Engagement von Unterzeichnern aus Wirtschaft und Gesellschaft bietet die Chance, beim Brandschutz und bei der Gebäudesicherheit in Bangladesch die notwendige Hebelwirkung für nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. Alle Lieferanten, die Bekleidungstextilien aus Bangladesch liefern, müssen als Anforderung unseres SC-Programms das Abkommen unterzeichnen.

Vor-Ort-Präsenz: Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit Lieferanten in Asien

2015 haben wir in Hongkong die ALDI CR-Support Asia gegründet. Diese unterstützt die CR-Abteilung von ALDI Einkauf operativ in den Produktionsländern. Die vorrangige Aufgabe besteht dabei in Produktionsstättenbesuchen gemeinsam mit unseren Lieferanten. So können wir selbst einen Eindruck über die Bedingungen und Fortschritte unserer Lieferanten vor Ort gewinnen. Zu den weiteren Aufgaben der ALDI CR-Support Asia gehören die Qualifizierung der Lieferanten und Produktionsstätten sowie das Stakeholder-Management in Asien. Kontinuierlich informiert ALDI CR-Support Asia die CR-Abteilung über ihre Aktivitäten und Erkenntnisse. Auf diese Weise können die Informationen aufbereitet und in die Einkaufsentscheidungen integriert werden.

Im Dialog für verbesserte Rahmenbedingungen: ALDI Factory Advancement Project

Mit unserem SC-Programm Non-Food setzen wir auf die Wirksamkeit von Standards und Überprüfungen. Audits leisten einen Beitrag dazu, Probleme zu identifizieren und Verbesserungen anzustoßen – allerdings bieten sie immer nur eine Momentaufnahme. Um nachhaltige Veränderungen zu erzielen, ist eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Produktionsstätten notwendig. Daher haben wir 2013 gemeinsam mit ALDI SÜD das ALDI Factory Advancement (AFA) Project für Produktionsstätten der Bekleidungsindustrie in Bangladesch gestartet. Es hat die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Ziel und soll dabei helfen, tragfähige soziale Beziehungen in den Produktionsstätten zu etablieren. Das AFA Project verfolgt einen dialogbasierten, kooperativen Ansatz: Arbeiter und Führungskräfte sollen Kompetenzen aufbauen, miteinander ins Gespräch kommen und ermutigt werden, Probleme gemeinsam effizient zu lösen. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Konfliktthemen wie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz, Brandschutz, Entlohnung, Arbeitszeiten und Diskriminierung.

Die erste Projektphase dauerte zwei Jahre; dafür wurden 20 Produktionsstätten ausgewählt. Diese Teilnehmer decken etwa 35 Prozent  unseres Einkaufvolumens bei Bekleidungstextilien in Bangladesch ab. Etwa 45.000 Arbeiter profitieren von diesem Programm. Die Ergebnisse des Programms analysieren wir regelmäßig: Die Trainings führten bereits an einigen Stellen zu strukturellen Veränderungen in den Produktionsstätten. Brandschutzeinrichtungen und Sanitäranlagen wurden modernisiert, Trinkwasseranlagen und Reinigungssysteme überarbeitet und die Sicherheitsinfrastruktur verbessert. Neben baulichen und technischen Veränderungen steht der Dialog über verbesserte Abläufe im Mittelpunkt des Projekts. Beschäftigte und Management berichten von einem Rückgang der Fluktuationsraten und Fehlzeiten sowie einer Steigerung der Produktivität und der Entwicklung von Kompetenzmodellen. Die Ideen der Arbeiter würden häufiger einbezogen, die Kommunikation habe sich verbessert.

Das AFA Project haben wir 2015 über den ursprünglichen Zeitraum hinaus verlängert. Im Laufe des Jahres 2016 sollen 20 weitere Produktionsstätten aufgenommen werden. Ein Alumni-Projekt soll dazu beitragen, die Erfahrungen der ehemaligen Teilnehmer für die Zukunft zu nutzen und die Dialogkultur zu einem festen Element des Alltags in den Produktionsstätten zu machen. Zudem ist in Zusammenarbeit mit NGOs aus Bangladesch, zum Beispiel Phulki und AWAJ, die Implementierung zusätzlicher sozialer Angebote wie Kinderbetreuungsmöglichkeiten für die Arbeitnehmer geplant.

Textilbündnis: Herausforderungen gemeinsam angehen

Den vielschichtigen Herausforderungen in der Textilindustrie können wir nur in Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsunternehmen, Regierungen, NGOs und Gewerkschaften begegnen. Im Juni 2015 traten wir daher als Unternehmensgruppe ALDI Nord dem Bündnis für nachhaltige Textilien bei. Das Bündnis geht auf eine Initiative des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zurück. Es vereint inzwischen mehr als die Hälfte aller Unternehmen der deutschen Textilwirtschaft. Die Idee: Wichtige Akteure auf den Absatzmärkten sollen sich zusammenschließen, um die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen des Textilsektors in der Lieferkette gemeinsam anzugehen – wie die Gewährleistung existenzsichernder Löhne oder die Reduktion des Chemikalieneinsatzes. Von der Arbeit an gemeinsamen Standards und von Umsetzungsanforderungen in der Lieferkette erhoffen wir uns, nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen, und engagieren uns daher aktiv in den Arbeitsgruppen des Bündnisses.

Im Jahr 1997 wurde der Marine Stewardship Council (MSC) gegründet, um dem weltweiten Rückgang der Fischbestände entgegenzuwirken. Fisch- und Meeresfrüchteprodukte mit dem blauen MSC-Siegel signalisieren dem Verbraucher, dass die Rohwaren aus Fischereien stammen, die die nachhaltigen Kriterien des MSC-Umweltstandards erfüllen: Fischbestände werden auf einem gesunden Niveau gehalten, Auswirkungen auf das Ökosystem minimal gehalten und gefährdete Arten geschützt. Gleichzeitig gewährleistet die MSC-Zertifizierung, dass gesetzliche Vorgaben zum Fischereimanagement eingehalten werden.

Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist eine unabhängige, globale und gemeinnützige Organisation, die das ASC-Siegel für Fisch- und Meeresfrüchteprodukte aus umweltverträglicher und verantwortungsvoller Aquakultur vergibt. Gemeinsam mit Umweltschützern, Regierungsvertretern, Fischzüchtern und anderen Interessengruppen wurden die Kriterien und Prüfungsstandards zur Siegelvergabe über mehrere Jahre detailliert erarbeitet. Diese beinhalten unter anderem die Einhaltung von strengen Vorschriften im Bereich der Umwelt- und Sozialstandards, ein funktionierendes Wasser- und Abfallmanagement, eine tiergerechte Besatzdichte sowie strenge Anforderungen an die Wasserqualität. ASC-Fischfarmen verwenden keine unnötigen Antibiotika und Chemikalien und beziehen die Zutaten im Futter – darunter Fischmehl und -öl – aus nachhaltigen Quellen.

Vor allem in der Gänsehaltung kommt es oft zu diesen Praktiken. Beim Lebendrupf werden den Tieren die Daunen bei lebendigem Leib ausgerupft. Bei der Stopfmast werden die Tiere zwangsgefüttert, damit sie eine große Leber entwickeln. Beide Praktiken sind in Deutschland verboten, vielfach werden aber gerupfte Daunen und Stopfleber-Produkte importiert.

Zur Vorbeugung gegen den Befall mit Fliegenmaden werden Lämmern in Australien oder Neuseeland ohne Betäubung mit einer scharfen Schere Hautfalten um After, Vulva und Schwanz herausgeschnitten.

In Dänemark ist das Schnäbelkürzen bereits seit 2014 durch den Verband der dänischen Eierproduzenten (Danske Æg) ausgeschlossen.

Ein Produkt kann null bis drei Sterne bekommen. Je mehr Sterne, desto tierfreundlicher ist die Produktion. Drei Sterne entsprechen der niederländischen biologischen Erzeugung.

Produkte, die mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet sind, stammen aus dem fairen Handel. In Deutschland vergibt der unabhängige Verein Transfair seit 1992 das Fairtrade-Siegel. Das Ziel ist es, Kleinbauern und Arbeiter in Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und ihre Position auf dem Weltmarkt nachhaltig zu verbessern. Bei der Vergabe des Siegels müssen die internationalen Fairtrade-Standards eingehalten werden, die weitreichende soziale, ökonomische und ökologische Aspekte abdecken.

Die internationale Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance wurde 1987 im Kampf gegen die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder gegründet. Das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM mit dem grünen Frosch kennzeichnet Produkte, wie zum Beispiel Kaffee, Kakao, Tee, Bananen oder Zitrusfrüchte, die von nachhaltig anbauenden Farmen stammen. Bauern und Erzeugergemeinschaften müssen dafür die strengen Kriterien des SAN-Standards für nachhaltige Landwirtschaft erfüllen. Sie umfassen Umweltschutz-, soziale und Wirtschaftlichkeitskriterien. Bessere Arbeitsbedingungen für Arbeiter, Zugang zu Schulbildung sowie der Schutz natürlicher Ressourcen, sensibler Ökosysteme und wildlebender Tiere werden hierbei ebenso berücksichtigt wie die Rückverfolgbarkeit der Rohwaren.

Das UTZ Programm wurde 2002 in den Niederlanden ins Leben gerufen. Das Ziel: Bauern in den Produktionsländern von Kaffee, Kakao und Tee sollen nachhaltig unterstützt werden, um für ihre Familien bessere Zukunftsaussichten zu schaffen. In zahlreichen Aus- und Weiterbildungsprogrammen erhalten die Bauern theoretischen Unterricht und praktische Unterstützung in guter landwirtschaftlicher und unternehmerischer Praxis. Weiterhin werden ökologische Maßnahmen beim Anbau und der Ernte gefördert, um die natürlichen Ressourcen im Anbauland zu schonen. Diese vielfältigen Maßnahmen steigern letztlich nicht nur die Qualität der Rohwaren, sondern auch die Effizienz des Anbaus und damit den finanziellen Ertrag der Bauern.

Der Begriff Biodiversität oder biologische Vielfalt steht für eine ausgewogene und funktionierende Umwelt, die auf der Vielfalt der Ökosysteme, der genetischen Vielfalt und dem Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen gründet.

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) definiert weltweit einheitlich anspruchsvolle Kriterien für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert biologisch erzeugten Naturfasern über die gesamte textile Kette. Diese Kriterien beinhalten den kontrolliert biologischen Faseranbau, die umweltfreundliche und sozialverträgliche Herstellung sowie eine einheitliche Kennzeichnung der Produkte. Und nur Textilprodukte, die mindestens aus 70 Prozent biologisch erzeugten Naturfasern bestehen, können gemäß GOTS zertifiziert werden. Die Zertifizierung nach GOTS erfolgt durch unabhängige Prüfinstitute.

Der Organic Content Standard (OCS) der Organisation Textile Exchange garantiert einen festgelegten Anteil an biologisch angebauter Baumwolle im Produkt.

Unter „Food“ fassen wir alle Lebensmittel aus dem Aktions- und Standardsortiment zusammen. Letzteres ist permanent in den Filialen verfügbar, kann aber von Land zu Land und auch in den einzelnen Filialen unterschiedlich ausfallen.

„Non-Food“ bezeichnet unsere Kosmetik- und Hygieneartikel aus dem Standardsortiment und einen Großteil der wöchentlichen Aktionsartikel wie Möbel oder Textilien.

Die internationale Organisation Social Accountability Accreditation Services (SAAS) akkreditiert unabhängige Prüfgesellschaften.

Im SC-Programm Non-Food sind folgende Warengruppen integriert:
•    Bekleidung/Accessoires
•    Elektronik/Multimedia/Speichermedien
•    Heimwerkerbedarf
•    Schuhe
•    Heimtextilien
•    Haushaltsbedarf/Kerzen
•    Geschenk/Deko (innen/außen)
•    Spielwaren
•    Lederartikel/Koffer/Taschen
•    Gartenartikel
•    Optik-/Medizin-/Fotoartikel und Zubehör
•    Schirme
•    Feuerwerk
•    Uhren/Schmuck*
•    Auto/Fahrradzubehör*
•    Sport/Camping/Freizeit*
*ab Januar 2016

ALDI Nord akzeptiert das SA8000-Zertifikat. Hierbei sind sämtliche Grundanforderungen der BSCI erfüllt und zudem Vorgaben, die einen Best-Practice-Ansatz verfolgen.

Der SA8000 ist ein internationaler Sozialstandard der NGO Social Accountability International (SAI).

Die Definition von Risikoländern entspricht den Festlegungen der BSCI: www.bsci-intl.org/resources/rules-functioning.

1. Identity Preserved (IP): Die Rückverfolgbarkeit des Öls bis zur einzelnen, konkreten Plantage ist möglich. Das Palmöl ist segregiert, wird also streng physisch von nicht zertifiziertem Palmöl entlang der gesamten Lieferkette getrennt. Ins Endprodukt gelangt ausschließlich zertifiziertes Palmöl.

2. Segregation (SEG): Wie bei IP gelangt ausschließlich zertifiziertes Palmöl ins Endprodukt. Jedoch kann Ware aus mehreren nachhaltig zertifizierten Plantagen gemischt werden.

3. Mass Balance/Massenbilanzierung (MB): Bei diesem System wird zertifiziertes Palmöl mit nicht zertifiziertem Palmöl in der Raffinerie kontrolliert gemischt. Das Endprodukt enthält also nicht ausschließlich zertifiziertes Palmöl. Notwendige Voraussetzung eines solchen Systems ist die exakte Bilanzierung und vollständige Kontrolle der zertifizierten Rohwarenströme entlang der gesamten Lieferkette.

geprüfte Inhalte 2015